Radsport
700 Tage bis zum grossen Ziel – Startschuss in Grenchen

Es sind noch rund 700 Tage bis zum Beginn der Olympischen Spiele in Rio, doch schon bald beginnt für die Schweizer Bahnnationalmannschaft die heisse Phase der Qualifikation. Im Velodrome Grenchen wurde auf das grosse Ziel eingeschworen.

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Olympia-Projekt

Olympia-Projekt

Keystone

Ein wichtiger Abschnitt auf dem Weg hin zum ersehnten Start in Rio. Am Medientag in Grenchen durfte Thomas Peter (Chef Leistungssport) das ambitionierte Projekt vorstellen sowie die Bewerbung zur Austragung der Bahn-EM 2015 in Grenchen bekannt geben.

Hinter der Bezeichnung „Projekt Rio 2016“ verbirgt sich ein lang angelegtes Projekt, welches seinen Ursprung im Jahr 2008 nahm. Aus jungen talentierten Fahrern baute Nationaltrainer Daniel Gisiger im Laufe der Zeit ein schlagkräftiges und breit aufgestelltes Team auf. Das grosse Ziel: Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, in der Mannschaftsverfolgung als auch im Omnium.

Das Ziel ist anvisiert

„Die sportliche Entwicklung unserer Athleten sowie die Resultate stimmen mich, im Hinblick auf die Olympia-Qualifikation, sehr positiv“, sagt Thomas Peter. So wurde in der Vergangenheit viel in den Schweizer Bahnradsport investiert. Die Resultate können sich sehen lassen, nicht zuletzt durch die Verteidigung des
U23-Europameistertitels in der Mannschaftsverfolgung, sondern auch durch die guten Platzierungen im Weltcup. Insgesamt 31 Medaillen haben die Rennfahrer seit dem Projektstart im Jahr 2008, an Europa- und Weltmeisterschaften der U19 und U23, bis dato gesammelt. Ein Zwischenschritt auf dem Weg an den Zuckerhut war die Einstellung des alten Schweizer Rekords aus dem Jahr 1993 (4:18.390). Neun Mal konnte dieser bisher verbessert werden, auf eine Zeit von 4:00.950. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Magische Grenze von vier Minuten unterboten wird.

„Durch unsere breite Basis an jungen Rennfahrern haben wir gute Voraussetzungen um unser Ziel zu erreichen. Das Ziel ist in greifbare Nähe gerückt“, sagt Bahn-Nationaltrainer Daniel Gisiger. So zeigten die Eidgenossen in wechselnden Formationen gute Leistungen an Weltcups sowie den internationalen Titelkämpfen.

Die Qualifikationsrichtlinien sind klar. Für einen Startplatz in Rio bedarf es einen Platz unter den besten sechs europäischen Teams beziehungsweise unter den besten Neun der Welt. Bei insgesamt sechs Weltcups sowie bei zwei Elite-Europameisterschaften und zwei Weltmeisterschaften wird das Team von Gisiger auf Punktejagt gehen. Erste Station sind die Europameisterschaften in Guadaloupe (Fr) von 16. bis 19. Oktober 2014.

Exzellente Infrastruktur in Grenchen

Bereits seit dem 1. April hat Swiss Cycling die Sportmedizin mit einem neuen Konzept angepasst. Durch die Partnerschaft mit Medbase sowie der Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sport BASPO, im Rahmen des neuen Cycling Performance Center (CPC), sind die Bereiche Sportmedizin und Leistungsdiagnostik aufgeteilt worden. Das CPC, das sich unterhalb der Büroräume der Swiss Cycling Geschäftsstelle in Grenchen befindet, soll als Basis für die Leistungsdiagnostik sowie für sportmedizinische Untersuchungen dienen. Dort sollen auf sportwissenschaftlicher Ebene die Fortschritte der Athleten in regelmässigen Abständen erhoben und ausgewertet werden. Dies erfolge in enger Zusammenarbeit mit den Athleten und deren Trainern, betont Sportwissenschaftler Dr. Raphael Faiss vom BASPO.

Europameisterschaften 2015 in Grenchen

Als grosses Highlight durfte Thomas Peter die Bewerbung zur Austragung der UEC Bahn-Elite-Europameisterschaften 2015 in Grenchen bekannt geben. Im Oktober des nächsten Jahres sollen die jungen Schweizer die Möglichkeit haben sich vor heimischem Publikum zu beweisen. „Mit der EM vor der eigenen Haustüre möchten wir eine olympiaähnliche Situation schaffen. Zudem zählt das Rennen zur Qualifikation um einen Startplatz“, freut sich Thomas Peter. Der definitive Bescheid zur Ausrichtung wird für den frühen Herbst erwartet. (pd)

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