In dieser Vorrunden-Abschlusspartie ging der FC Biel nach einer herrlichen Kombination Morello-Siegrist-Morello durch letzteren bereits früh in Führung. Lugano kam aber mit seinem trotz der prekären Platzverhältnisse gepflegten Fussball immer wieder zu Abschlussmöglichkeiten, welche jedoch Molina allesamt parierte. Erst kurz vor der Pause führte wieder einmal eine Standardsituation, ein Eckball, zum verdienten und gerechten Ausgleich. Ein Ballverlust Mianis erlaubte dann Sabbatini für die stets überlegenen Tessiner das vorentscheidende 1:2, ehe Markaj in der Nachspielzeit auch noch das dem Spielverlauf entsprechende 1:3 gelang.

Schlechter als letzte Saison

Damit endet für den FC Biel die Vorrunde mit 21 Punkten und 25:30 Toren sowie einem 7. Rang, was im Vergleich zur Vorsaison (24 Punkte/32:32 Tore und 6. Rang) eine knappe Verschlechterung darstellt. Eine durchzogene Bilanz nach erfolgreichem Start (9 Spiele/18 Punkte). Die von Sportdirektor Stefan Freiburghaus initiierte Professionalisierung von Strukturen und Trainingsbetrieb mit dem Engagement eines Profitrainerduos, vermehrten Trainingseinheiten und mehr Vollprofis (15 statt vorher 7) könnte sich künftig durchaus positiv auswirken, hat aber kurzfristig noch nicht gegriffen.

Doudins Abgang nicht unersetzt

Die Absicht, bei weiterhin keckem Offensivfussball die Abwehr zu stabilisieren, schlug fehl. Als Kollektiv agierte die Defensive zwar organisatorisch oft nicht schlecht, aber individuell unterlaufen noch allzu viele Aussetzer.

Im Mittelfeld fehlt noch die Formkonstanz, steckte doch Captain Di Nardo mehrere Runden in einer Formbaisse und im Offensivpart wurde der Abgang des genialen Regisseurs Charles Doudin zu Xamax wohl etwas unterschätzt.

Der Romand, ebenso gefährlich als Einfädler wie als elffacher Torschütze, konnte in keiner Weise ersetzt werden, worunter vor allem Topskorer Giuseppe Morello zu leiden scheint, dessen Torproduktion von 0,44 Toren pro Spiel auf 0,37 gesunken ist, allerdings auch, weil er mehrfach im Aufbau spielte und dort des öfteren die Bälle am eigenen Sechzehner holen ging. Noch gar nicht eingeschlagen hat der Versuch, mit fremdfinanzierten Spielern Mehrwert aus der Mannschaft zu generieren.

Die fünf durch Aussenstehende bezahlten Profis Zangger, Miani, Ashraf, Nlend und Siegrist haben zusammen gerade mal 2385 Spielminuten von 8100 möglichen, also knapp 30 Prozent, bestritten, sodass sie kaum potente Kaufinteressenten in Scharen anlocken werden.

Pluspunkt Zuschauer

Erfolg verzeichnet der Klub dafür beim Publikumsaufmarsch. Verfolgten letzte Saison gerade mal 558 Zuschauer im Schnitt die Spiele in der «fremden» Maladière in Neuenburg, so sind heuer mit insgesamt 1720 Kiebitzen bereits bei Halbzeit mehr Leute auf die heimische Gurzelen gepilgert, als in der Vorsaison während der ganzen Meisterschaft (Durchschnitt 1302). Dies allerdings reicht immer noch nicht aus, um das bereits um rund 200 000 Franken reduzierte Budget für die 1. Mannschaft auszugleichen, sodass für nächste Saison weitere Sparübungen angesagt sind. Mit sportlichen Folgen?