«Unsere Liga ist die beste der Welt und wir sind dazu noch der Meister; also ist es klar, dass wir Favorit sind.» Dennoch sei die Konkurrenz nicht zu unterschätzen. Vorab Wiler-Ersigen habe ein starkes Kader und drei gute Linien, wie man im August am Czech Open gesehen habe, hielt Faluns Jungstar Emil Johansson vor dem ersten Match am Champions-Cup in Zürich gegen just dieses Wiler fest.

Falun, das Team von Johansson, gewann damals in Prag gegen Wiler klar mit 6:1. Ein Sieg des Schweizer Meisters über den Titelverteidiger wäre demzufolge tendenziell eher einer saftigen Überraschung gleichgekommen. Zumal Wiler nicht eben ultraberauschend in die Saison gestartet ist. Aber erstens kommt es eben anders, und zweitens, als man denkt. Nach dramatischen 60 Minuten musste sich die Svenska-Star-Truppe vor 931 Fans in der Saalsporthalle 5:6 geschlagen geben. Den entscheidenden Penalty versenkte Väänänen 30 Sekunden vor Schluss.

Mendelins Drei-Tore-Gala

Die goldene Spendierhose punkto Moralspritzen hatte Wiler-Seits Patrick Mendelin montiert. In der 6. Minute war es der 27-Jährige, der die Unteremmentaler in Führung schoss. 27 Minuten später zeichnete erneut Mendelin mit dem 4:3 für die Wende zum Guten für die Grün-Weissen verantwortlich. Zwischen dem 1:0 und dem 4:3 hatten die Schweden das Blatt gewendet.

Kaltblütiger im Abschluss, lag Falun nach 20 Minuten 3:1 vorne. Nur 41 Sekunden nach Anpfiff des Mitteldrittels war Wiler aber wieder dran. Und wieder war es Mendelin, der den mental so wichtigen Anschlusstreffer markierte.

Finalement standen drei Tore auf der Scoring-Card des Best-Players. Mit Olofssons Treffer nach 39:38 krönten die Schweizer ein sackstarkes Drittel, in dem sie ein 1:3 in ein 5:3 verwandelten.

Die Kiste blieb so extrem eng, und dies bis zu allerletzt. 90 Sekunden vor dem Ende, just nach einem Timeout, war es Fahlström, der zum 5:5 traf. Doch nicht genug der Dramatik. 60 Sekunden später bekam Wiler einen Penalty zugesprochen.

Bereits so gut wie im Halbfinal

Und «Coolman» Väänänen, der finnische «Back», liess sich die Chance nicht nehmen und hämmerte den Ball, souverän, ins rechte obere Eck – die Entscheidung.

Wiler steht damit so gut wie sicher im Halbfinal. Gegen den heutigen Gegner Lekrings Cesis (Lettland), das vermeintlich schwächste Team am Cup, könnten sich die Berner gar eine Niederlage mit fünf Toren Unterschied leisten. Die weniger gute Seite am Guten aus Wiler Sicht ist die Fussverletzung von Topskorer Isaac Rosén. Sein Einsatz heute ist fraglich. (msk)