Auch beim 9. NLB-Auftritt der Saison konnte der EHCO trotz eines feinen Auswärtssieges beim HC La Chaux-de-Fonds nicht verheimlichen, dass noch nicht alles zusammenpasst. Etwa noch bleibt die Chance zum optimalen Pass ungenutzt, zudem leisten sich die Mannen von Scott Beattie zu viele grobe Fehler – in Form von Fehlpässen.

Olten mit Start nach Mass

Trotzdem erwischten die Gäste im Neuenburger Jura einen Start nach Mass. Justin Feser testete Damiano Ciacco nach knapp einer halben Minute zum ersten Mal, und noch einmal gut 30 Sekunden später war der Schlussmann der Gastgeber bereits ein erstes Mal bezwungen. Shayne Wiebe gewann das Bully, und Diego Schwarzenbach traf aus verdeckter Position genau in den nahen Winkel. Die Chaux-de-Fonniers wurden dann brandgefährlich, wenn sie schnell von Verteidigung auf Angriff umschalteten. Zwei drei Pässe reichten, und schon waren sie in der Zone vor Michael Tobler, welcher anstelle des kranken Thomas Bäumle das EHCO-Tor hütete, in Überzahl. Und genau auf dieser Art und Weise realisierten sie denn auch den Ausgleich in der 4. Minute.

Danach versuchten sich die Gastgeber immer wieder mit scharfen Pässen vors Tor, ohne aber zu reüssieren. Anders die Oltner, welche das Spiel in der 16. Minute mit einem mustergültigen Konter neu lancierten. Wie schon beim 1:0 lautete das Skorerduo auch diesmal Schwarzenbach/Wiebe. Beinahe wäre den beiden genau zu Spielmitte gar das Triple gelungen. Wieder passte der Kanadier auf den Neo-Gäuer, doch der verfehlte das Tor mit seinem sehenswerten Volley knapp. Es wäre dies die dritte Führung der Oltner gewesen, denn in der Szene zuvor kamen die Neuenburger durch Jinman zum Ausgleich.

Gäste verpassen Vorentscheidung

Die Gäste hingegen verpassten es, das Spiel bereits in dieser Phase in die eigenen Bahnen zu leiten. Der Ausgleich hingegen war nicht unverdient, denn auch Tobler wurde jetzt nicht mehr nur mit dem Entschärfen von Hereingaben, sondern mit kniffligen Schüssen getestet. Und er behielt sowohl gegen Zubler als auch Jinman die Oberhand. Letzterer wäre übrigens beinahe in Unterzahl zum Doppeltorschützen avanciert.

Wie schon beim 2:2 verloren die Oltner die Scheibe in der neutralen Zone, doch Tobler rettete seine Mannschaft mit einem unentschiedenen Spielstand in die zweite Pause. Ehe Wiebe seine Leistung mit dem 3:2 krönte, kam sein Team aber nur haarscharf um den erstmaligen Rückstand herum, vergab doch Jinman, der mit Abstand gefährlichste Oltner Gegner an diesem Abend, in doppelter (!) Unterzahl. Der dritten Oltner Führung folgte ein offener Schlagabtausch, mit dem deutlich besseren Ende für die Gäste. Erst setzte Paul Di Pietro Fabian Ganz in Überzahl perfekt in Szene (54.), dann setzte Justin Feser nur eine Minute später gar noch einen obendrauf.

Doch, wie so oft in der Mélèzes-Halle, wurde es trotz eines 3-Tore-Vorsprungs noch einmal spannend. Bonnet und Leblanc verkürzten auf 4:5, ehe Wiebe mit einem Schuss ins leere Tor alle klar machte. «Wir haben als Team überzeugt», stellte der Best Player seine eigene Leistung in den Schatten der Mannschaft.