Badminton

55 Tage ohne Racket

Der 26-jährige Hägendorfer Badmintonspieler Christian in der Physiotherapie in der Rennbahnklinik Muttenz. 2 Monate nach seiner Operation am rechten Fuss (Achillessehne).

Christian Bösiger

Der 26-jährige Hägendorfer Badmintonspieler Christian in der Physiotherapie in der Rennbahnklinik Muttenz. 2 Monate nach seiner Operation am rechten Fuss (Achillessehne).

Zwei Monate nach seiner Achillessehnen-Operationen begleiten wir Christian Bösiger in die Physiotherapie. Noch verbringt er mehr Stunden auf der Liege als auf dem Feld. Doch im Februar will der beste Schweizer Spieler wieder angreifen.

«Wenn ich auf diesen Punkt klopfe, ists dann okay?» Während die Physiotherapeutin Sabine Wehnert in der Rennbahnklinik Muttenz die Achillessehne von Christian Bösiger knetet, verzieht er das Gesicht. «Uuuuääh, das ist nicht okay», antwortet er. Sein Gesicht wird röter, er atmet lauter. Noch ist die Narbe am rechten Fuss verhärtet, darum versucht die Physiotherapeutin sie weich zu massieren. Zudem bewegt sie die Sehne, damit diese besser durchblutet wird.

Badmintonspieler in der Physiotherapie

Badminton-Spieler Christian Bösiger in der Physiotherapie

«Ziemlich fit»

Zwei Monate nach seiner Operation fühlt sich der 26-jährige Hägendorfer wieder «ziemlich fit». Davor haben ihn jahrelang Schmerzen an der Achillessehne geplagt. Der Badmintonspieler liegt in einer Kabine, wo die Physiotherapeuten häufig Skifahrer behandeln. Slalomspezialist Silvan Zurbriggen ist Dauergast, Speedfahrerin Dominique Gisin bedankt sich auf einem Plakat beim «Folter-Physio-Team». Wenn Christian Bösiger nicht einfach liegen und sich kneten lassen kann, baut er seine Muskeln im Kraftraum wieder auf. Nach 12 Wochen sollte Bösiger «fast wieder parat sein», sagt seine Therapeutin.

Erst seit zwei Wochen kann er in Laufschuhen gehen. «Vorher musste ich eine Art Kampfstiefel tragen. Allein um diese anzuziehen, habe ich in den ersten Tagen nach der OP fünf Minuten gebraucht.» Obwohl ihm das Badmintonspielen «sehr gefehlt» hat, konnte Bösiger der ruhigeren Zeit auch Positives abgewinnen. Er verbrachte mehr Zeit mit Kollegen und ging auch mal wieder in den Ausgang. Zudem hat er ein Wirtschaftsinformatik-Studium an der Fachhochschule in Olten begonnen. «Ich hatte also genug zu tun.»

An Schweizer Meisterschaften angreifen

55 Tage nach dem Eingriff hat Bösiger das Racket zum ersten Mal wieder in der Hand gehalten. Die Physiotherapeutin erlaubt ihm mittlerweile «ein, zwei lockere Badmintontrainings pro Woche - aber ohne Sprints und Sprünge».

Im Februar will Christian Bösiger wieder angreifen. Dann finden die Schweizer Meisterschaften statt. Der zweifache Schweizer Meister im Einzel und fünffache Titelhalter im Doppel möchte zwei Titel dazu gewinnen. Und er freut sich darauf, mit dem Team Solothurn die NLA-Meisterschaft aufzumischen. Zudem träumt der Olympionike von 2008 und die momentane Weltnummer 228 davon, Super-Series-Turniere spielen zu können. Dort treten allerdings die Top 32 der Welt gegeneinander an. Der Weg dazu ist weit, doch Christian Bösiger arbeitet hart und lässt an sich arbeiten. 20 Minuten nach Beginn der Therapie drückt Sabine Wehnert wieder auf Bösigers Achillessehne. «Wie ist es jetzt?», fragt sie. «Viel besser», antwortet er. «Jetzt tut es erst weh, wenn du ein paar Sekunden lang drauf drückst.»

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