Den ersten Paukenschlag der Partie setzte der Grenchner Ian Schläppi mit einem groben Foul an Petrit Krasniqi genau zwischen den beiden Spielerbänken. Da er dabei keinerlei Absicht hatte, den Ball zu spielen, war er mit einer Verwarnung noch gut bedient.

Damit hatte Schläppi den Biberistern für einige Minuten den Schneid abgekauft. Gleich darauf kombinierten sich Kliment Nastoski und Samuel Zayas geschmeidig durch die Reihen der Wasserämter und es hiess 0:1. Nach einem Eckball fiel auch noch das 0:2. Die Vorentscheidung war nach wenig mehr als einer Viertelstunde gefallen.

Nur ein Kritikpunkt

«Die Körpersprache meiner Spieler zeigte deutlich, dass sie nicht an sich glaubten», kommentierte Biberists Trainer Thomas Reinhart diese Minuten. «Grenchen hat vieles richtig gemacht, während bei uns der letzte Wille fehlte.»

Biberist fing sich wieder auf und versuchte, mehr Druck zu machen. Weil die gut eingestellte Abwehrkette der Grenchner keine Lücken offenliess, kamen immer häufiger lange, hohe Bälle in die Gefahrenzone. «Ich hatte das so erwartet und wir haben es in der Pause besprochen. Die Mannschaft hat meine Anweisungen sehr gut umgesetzt, weshalb Biberist fast nie gefährlich wurde», lobte Trainer Mirko Recchiuti sein Team. Er hatte nur einen Kritikpunkt: «Es ist uns trotzdem nicht gelungen, Ruhe ins Spiel zu bringen. Wir liessen uns auf einen hektischen Schlagabtausch ein, der eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre. Daran können wir in der kommenden Woche arbeiten.»

Grenchens Kabinettstücke

Mit seinem wunderbar ins rechte, hohe Eck gezirkelten Schuss zum 0:3 setzte Robin Momoh einen Glanzpunkt in dieser interessanten Partie. Richtig unverschämt sah es aus, als wenig später Stefano Conde auf dem linken Flügel mit dem Ball am Fuss Richtung Mitte zog, den Kopf hob und einen Rückpass antäuschte – nur um dann noch einen weiteren Verteidiger aussteigen zu lassen und zum 0:4 einzuschiessen.

Biberist griff weiter an und Grenchen konterte. Samuel Zayas zog mit einem Steilpass von der Mittellinie los, legte sich den Ball vor und hätte alleine aufs Tor ziehen können – wenn ihm da nicht noch der gerade eingewechselte, 16-jährige Jeremy Pana De Paiva den Ball weggeschnappt hätte, der aus dem Offside gestartet war. Der beinahe doppelt so alte Routinier Zayas, einst Nationalspieler der Dominikanischen Republik, verzieh dem Rookie den Anfängerfehler mit einem Lächeln.

 «Heute sah man, was von uns erwarten darf»

Als Grenchen nur noch auf den Schlusspfiff wartete, kam noch ein Biberister Schlussfeuerwerk. Eine Kombination, an der fast die ganze Mannschaft beteiligt war, schloss Dario Kopp mit dem verdienten Ehrentor ab.

So gross, wie das Resultat vermuten lässt, war der Unterschied zwischen den beiden Teams nicht. «Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft und froh, dass wir endlich Tore schiessen, denn das bereitete uns bisher am meisten Mühe», war Recchiutis Analyse. Der FCG sei nicht so stark, wie viele vor der Saison gemeint hätten, aber auch nicht so schlecht, wie es nach den ersten Runden hiess. «Heute sah man, was man von uns erwarten darf. Wir haben guten Fussball gezeigt, aber die Liga werden wir nicht dominieren können, so wie das viele in Grenchen erwarten.»