8:5, 3:7, 6:4. Die relativ deutlichen Schlussergebnisse täuschen über den Geschehen auf dem Feld in den ersten drei Partien hinweg. Wiler-Ersigen gegen die Tigers Langnau ist vor allem eines – ein Abnützungskampf.

Bestes Beispiel war die Szene im Schlussdrittel der Auftaktpartie. Tiger-Topskorer Joel Krähenbühl bugsierte Wiler-Denkmal Matthias Hofbauer über die Bande und gab so den Tarif für den weiteren Verlauf der Serie unmissverständlich bekannt.

Dass der Einzug in die Endspiel am 18. April für den Titelverteidiger nicht zum Spaziergang würde, war Johan Schönbeck von Anfang an klar. «Wir haben nicht erwartet, dass die Tigers uns etwas schenken werden», sagt der Wiler-Trainer.

Offensives Prunkstück

Die zwölf Punkte, die die Mannschaften am Ende der Qualifikation trennten, entsprechen nicht den Kräfteverhältnissen zwischen den beiden Kontrahenten aus dem Emmental. Aussagekräftiger dürfte für Schönbeck die Viertelfinalserie der Tigers gegen die Grasshoppers gewesen sein.

Die Zürcher, immerhin als heisser Titelkandidat gehandelt, hatten dem Konterspiel und dem unermüdlichen Kampfgeist der Langnauer wenig entgegenzusetzen. Die Offensive ist auch in den bisherigen drei Begegnungen das Prunkstück von Niklaus Engels Team.

Über sechs Treffer haben die Tigers im Schnitt in den bisherigen acht Playoff-Partien gegen die Top-Klubs GC und Wiler-Ersigen erzielt. Damit verbesserten sie ihren Wert aus der Qualifikation markant, die sie nur auf dem sechsten Rang beendeten.

Zum Vergleich: Die Wiler trafen in den sieben Playoffspielen im Schnitt gleich oft, wie in der Qualifikation (etwas mehr als sieben Treffer). Dass die Langnauer ihren Vorwärtsdrang intensiviert haben, beweist der Blick auf die Skorerliste. Während in der Qualifikation kein Tiger in den Top Ten zu finden war, sind mit Manuel Engel, Joonas Pylsi, Joel Krähenbühl und Simon Stucki in den Playoffs gleich vier Akteure unter den besten zehn vertreten.

Zu viele Gegentreffer

Damit die Langnauer die Wiler nachhaltig in Bedrängnis bringen können, müssten sie ihr Abwehrverhalten verbessern. Die beste Verteidigung aus der Qualifikation (4,2 Gegentore im Schnitt) hat in den Playoffs an Stabilität eingebüsst.

Gegen Wiler liegt die Quote bei fast sechs Treffern. Dass dies leichter gesagt als getan ist, dürfte auch Niklaus Engel längst bemerkt haben. Der grosse Vorteil des amtierenden Champions liegt in der Ausgeglichenheit der drei Blöcke. Johan Schönbecks Equipe kann es sogar verkraften, wenn der letztjährige Topskorer Isaac Rosén vor dem gegnerischen Tor unter Ladehemmungen leidet.

Der Schlüssel zum Erfolg ist beim Schweden nicht von einem einzigen Spieler abhängig: «Wenn wir das Spiel kontrollieren können und noch etwas einfacher den Torerfolg suchen, stehen unsere Chancen nicht so schlecht», so Schönbeck.