Das Geschäftsjahr 2017/2018 der EHC Olten AG war ereignisreich. Der im Juli 2017 neu gewählte Verwaltungsrat unter der Leitung von Präsident Marc Thommen blickt auf intensive Monate zurück. Sportlich wurden die gesteckten Ziele mit dem Erreichen des Playoff-Finals der Swiss League erreicht. Finanziell lief es weniger gut, als erhofft.

Neben dem Eis war das Geschäftsjahr vor allem durch Altlastenbereinigungen geprägt, was sich letztlich auch in der Erfolgsrechnung niederschlägt: Das Jahresergebnis 2017/2018 weist ein Defizit von 342 650 Franken aus. Der negative Erfolg stammt aus der Wertberichtigung der EHCO Gastro & Event GmbH, welche bis zur Saison 2016/17 für die Gastronomie verantwortlich war.

Im Abschluss der Rechnung 2017/18 wurde nun dieser Posten mit 524 000 Franken wertberichtigt und die Beteiligung auf 1 Franken abgeschrieben. Seit letzter Saison wird das Catering im Stadion Kleinholz nun von Migros Catering Services betrieben. Die EHCO Gastro & Event GmbH soll liquidiert werden. Das Aktienkapital der EHC Olten AG beträgt nun noch 800000 Franken.

Präsident Marc Thommen an der EHCO-GV.

Präsident Marc Thommen an der EHCO-GV.

Eine halbe Million Zuschuss

Ohne diese Bereinigungen würde sich die Jahresrechnung ausgeglichen gestalten. Dies allerdings auch nur, weil ein paar, dem Klub wohlgesinnte Personen, einen ausserdordentlichen Betrag von knapp über einer halben Million Franken beisteuerten. Mit dem Abschluss der «Gastro-Bereinigung» blickt der Verwaltungsrat der EHC Olten AG nun allerdings positiv in die Zukunft. Angestrebt wird gemäss VR-Präsident Marc Thommen ein «abgesichertes Wachstum, wie auch eine finanzielle, innere Stärke des Unternehmens.»

Das Budget des neuen Geschäftsjahrs wird erneut im Bereich um die 6,4 Millionen Franken betragen. Das Lohnvolumen der ersten Mannschaft dürfte leicht reduziert werden. Sportchef Marc Grieder hat ab jetzt die Aufgabe, das Team für die Saison 19/20 zusammenzustellen.

Zahlreiche Verträge laufen am Ende der aktuellen Meisterschaft aus. Der Posten «Personalaufwand» war mit 4,13 Millionen Franken der mit Abstand grösste auf der Ausgabenseite und mit 880 000 Franken erheblich teurer als noch im Vorjahr.

Keine finanziellen Risiken

Aber wie geht es mit dem Sorgenkind Gastronomie weiter? Der Vertrag mit der Migros läuft noch in der aktuellen und in der kommenden Saison. Gut für die EHCO AG ist angesichts der tiefroten Zahlen in diesem Segment, dass man keine finanziellen Risiken mehr trägt und andererseits am Gewinn beteiligt ist – so es denn einen geben sollte.

Dass sich das wirtschaftliche Kalkül des Caterers mitunter auf die Dienstleistungen während der Spiele auswirken kann, erlebten die Zuschauer zuletzt am Sonntag im Heimspiel gegen Ajoie, als einige Verpflegungsstände geschlossen blieben und sich lange Warteschlangen.

Beim EHC Olten ist man sich bewusst, dass die Situation – auch betreffend der Qualität des Essens – nicht immer befriedigend ist. Man steht entsprechend laufend in Kontakt mit der Migros punkto Verbesserungen. Aber letztlich hat man – aus genannten Gründen – auch keinen grossen Handlungsspielraum.

Sportlich ist die Zielsetzung klar: Man will die Qualifikation auf den Rängen 1 oder 2 abschliessen, den Swiss-League-Meistertitel holen und somit die Liga-Qualifikation bestreiten. Die Crew von VR-Präsident Marc Thommen ist bereit. Jetzt müssen die Spieler auf dem Eis ihren Beitrag leisten.