Solothurner 2. Liga

33 Tore in 5 Spielen und ein neuer Leader

Nach einem äusserst turbulenten achten Spieltag führt der FC Lommiswil neu die Solothurner 2. Liga an. Lommiswil gewinnt in Olten mit 2:1 und profitiert von der zweiten Niederlage in Folge des vorherigen Leaders FC Iliria. Mit 5:8 unterlag dieser dem FC Wangen. Nicht das einzige kuriose Resultat an diesem Wochenende.

Was war denn da los am achten Spieltag der 2. Liga? Schon der Auftakt am Freitag war verrückt. Der FC Wangen bei Olten fügte dem FC Iliria die zweite Niederlage in Folge zu. Und zwar gleich mit 8:5! Sechs Tor erzielte alleine Avni Halimi. Deren drei vor der Pause zum 2:3, 3:4 und 4:4. Und drei in der zweiten Halbzeit zum 6:4, 7:4 und 8:4, sein bereits 15. Saisontor.

Dank des fünften Saisonsiegs kletterten die Wangner in der Tabelle auf Platz zwei. Nicht weniger spektakulär eroberte der FC Klus/Balsthal am Samstag den dritten Rang. Mit 8:1 demütigte die Dullaj-Elf den Tabellenletzten Oensingen. Denis Kostadinovic gelangen zwischen der 18. und der 64. Minute 5 Treffer. Damit zog er in der Torschützenliste wieder gleich Wangens Halimi.

Ilirias zweite Saisonniederlage bescherte dem FC Lommiswil die Möglichkeit, am Sonntagnachmittag mit einem Sieg in Olten die Tabellenführung zu übernehmen. «Klar hatten die Spieler den ersten Platz im Kopf. Wer rechnen kann, wusste, was Sache ist. Bei uns Trainern war die Tabellenführung aber kein Thema. Wir wollten eine konzentrierte Leistung sehen von der Mannschaft», sagte Lommiswils Assistenztrainer Thomas Schneitter, der den wegen eines Trainerkurses abwesenden Lukas Ebel vertrat.

Nach 17 Minuten war die Tabellenführung indes weit weg. Nach einem Foul von Captain Cyrill Sonderegger an Furkan Tan verwandelte Giovanni Gerardi den Penalty zur 1:0-Führung für den FC Olten. Genau zehn Minuten später bügelte Sonderegger seinen Bock wieder aus, indem er einen Freistoss von der Strafraumgrenze aus herrlich in der linken unteren Torecke versenkte. Kurz vor dem Pausenpfiff drehte der FC Lommiswil das Spiel endgültig. Dank eines Traumtors von Niklas Urosevic, der den Ball aus spitzem Winkel genau ins Lattenkreuz schlenzte. Es war das achte Saisontor für die Nummer 9 des FC Lommiswil.

«Die Führung zur Pause war verdient. Wir waren die bessere Mannschaft», sagte Schneitter. «Wir wollten Olten das Spieldiktat überlassen und auf unsere Chancen warten. Das haben wir sehr gut gemacht.» In der Halbzeit warnte er seine Spieler insbesondere vor den gefährlichen stehenden Bällen der Gastgeber. Der FC Olten kam während der 90 Minuten zu nicht weniger als 15 Eckbällen. Innenverteidiger Gianfranco Vinci kam dabei zu mehreren Kopfballchancen, vermochte aber nicht zu reüssieren. «Da hatten wir teilweise etwas Glück», so Schneitter. «Wir gewannen in der zweiten Halbzeit zu wenig Zweikämpfe und konnten den Ball im Mittelfeld nicht mehr halten.»

Trotz des Leistungsabbaus nach dem Seitenwechsel brachte der FC Lommiswil das 2:1 und damit den sechsten Saisonsieg über die Zeit und ist neuer Leader der 2. Liga. Thomas Schneitter drückt allerdings auf die Euphoriebremse: «Wir müssen jetzt den Ball flach halten. Träumen sollen andere. Die 18 Punkte bedeuten schon fast den Ligaerhalt. Und das war am Anfang unser Saisonziel. Dass wir jetzt ganz vorne liegen, gibt uns aber nochmals zusätzliche Motivation für die restlichen Vorrundenspiele.»

Die weiteren zwei Partien des achten Spieltages endeten mit einem 2:2-Unentschieden. Mümliswil ging auswärts beim FC Bellach zweimal in Führung, zuerst durch Nicola Ackermann (6.), dann durch Mario Simic (29.). Doch Bellachs Goalgetter Alessandro Fragale konnte jeweils wieder ausgleichen. Der FC Härkingen ging im Heimspiel gegen den SC Fulenbach mit einer 1:0-Führung in die Pause. Nico Gradwohl (58.) und Nico Ferrari (82.) konnten das Spiel zwischenzeitlich für die Fulenbacher drehen. In der Nachspielzeit war es schliesslich Silvan Oeggerli, der dem FC Härkingen noch einen Punkt rettete.

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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