Nach 148 Sekunden im dritten Meisterschaftsspiel konnte Solothurn den Bann der Torlosigkeit brechen. «Ich wollte einfach Druck machen und konnte den Ball in einem Zweikampf erbeuten. Ich sah, dass der Torhüter weit vorne stand, und habe über ihn geschossen», beschrieb Ervin Gashi seine erlösende Torpremiere. Auf Kunstrasen bei starkem Dauerregen löste dieser Treffer eine animierte und engagierte Fortsetzung aus. Nach einem abgewehrten Eckball brachten die Gäste aus Solothurn das Streitobjekt nicht aus dem Gefahrenbereich. Thuns Zenuni nützte diese Inkonsequenz aus dem Hinterhalt zum Ausgleich in der 12. Minute. Die Ambassadoren kämpften sich in der Thuner Arena jedoch zurück. Hannes Hunziker verwertete aus dem Rückraum eine abgefälschte Kara-Flanke fünf Minuten später zur 1:2-Führung. Die Truppe von Ex-Nationalspieler Mauro Lustrinelli reagierte erfolglos mit schnellen Vorstössen.

Schlitzohr Ervin Gashi

Aggressiv und druckvoll stiegen die Besucher in die zweite Halbzeit. Raphael Walther erzwang den einzigen Gäste-Eckball (48.). Gashi holte gegen seinen Ex-Klub – in sieben Jahren schaffte es der 22-Jährige bis ins SL-Kader, der Durchbruch blieb jedoch aus – an der Strafraumgrenze einen Freistoss heraus (49.). «Der Schiedsrichter fragte mich, ob ich den Abstand verlange. Da ich sah, dass der Torhüter an seinem rechten Pfosten stand, verzichtete ich und schoss sofort aus Überzeugung ins Kreuz», erklärte der FCS-Schlüsselspieler seinen zweiten Treffer.

Mit viel Herzblut

Die Berner Oberländer hielten bis zuletzt den Druck hoch. Im folgenden Abnützungskampf wuchsen die jungen Solothurner zu einer verschworenen Einheit zusammen, die den ersten Dreier mit viel Herzblut verdient sicherstellte.