Radsport

23-jährige Solothurnerin: Nach den spanischen Bergen in die Wüste von Katar

Doris Schweizer pedalt durch die Wüste in Katar.

Doris Schweizer pedalt durch die Wüste in Katar.

Die junge Hägendörferin Doris Schweizer fährt seit dieser Saison für das italienische Profi-Team «Be Pink».

Für die 23-jährige Solothurnerin Doris Schweizer hat die zweite Saison im Profi-Radsport begonnen. Soeben kehrte sie von einer viertägigen Etappenrundfahrt in Katar zurück in ihren Wohnort Hägendorf. «Arabien war speziell, im fernen Wüstenland Katar war alles bestens organisiert und zum Teil auch sehr luxuriös», sagt die Radrennfahrerin. Bei angenehmen Temperaturen von 25 bis 30 Grad bestritt Doris Schweizer das Rennen mit den Teamkolleginnen ihres neuen italienischen Teams «Be Pink». Dies, nachdem sie letzte Saison noch für die Equipe von Fassa Bortolo unterwegs war.

Toll lief es Doris Schweizer auf den windigen, eintönigen Strecken nicht wirklich. «Wir hatten zuvor in den Bergen in Spanien trainiert. Daher konnte ich mich anfänglich schlecht auf die hohe Rennkadenz einstellen. Es war nicht einfach.» Am dritten Renntag fühlte sich die junge Solothurnerin gut und fuhr aktiv an der Spitze mit. Ein ärgerlicher Rückschlag verhinderte eine Topplatzierung. Doris Schweizer übersah ein markantes Loch in der Strasse, worauf ihr Velo einen Vorder- und Hinterraddefekt erlitt. Aus wars mit der Spitzenplatzierung.

Mühsam und alleine musste die Solothurnerin den Anschluss an den letzten Teil des Feldes wiederherstellen. Nach 25 Kilometer Vollgas erreicht sie das Gruppetto. Am vierten und letzten Tag der Rundfahrt machte Schweizer die Müdigkeit vom Vortag zu schaffen. «Die Kraft war noch da», erzählte sie, «auch das Positionsfahren klappte ganz gut. Die Schnelligkeit hingegen fehlte.» An dieser Schwäche müsse sie in der Zukunft sowieso noch arbeiten.

Studium unterbrochen

Für den Profi-Radsport hat die Solothurnerin ihr Germanistik-Studium unterbrochen. Diese Entscheidung sei alles andere als einfach gewesen: «Ich denke, es war aber richtig, voll auf die Karte Sport zu setzen, zumal in meinem neuen Team «Be Pink» wirklich alles zusammenpasst.» Das Studium will die Solothurnerin nach der Sportkarriere nachholen. Ein Vorbild im Radsport hat Doris Schweizer nicht. Sie bewundert allerdings Skirennfahrerin Lara Gut: «Die Tessinerin zieht ihr Ding durch und ist sehr zielstrebig.»

Ebenfalls jeden Tag trainiert auch Doris Schweizer. Drei bis vier Stunden sitzt sie jeweils auf dem Rennvelo und spult ihre Kilometer ab. Dies nach einem ausgeklügelten Trainingsplan ihres Trainers. Wenn sie im Winter nicht aufs Velo steigen kann, macht die Bahn- und Strassen-Schweizer-Meisterin von 2010 Langlauf, geht joggen oder trainiert ihre Rumpfkraft. Daneben arbeitet die Profi-Radsportlerin auch noch aushilfsweise beim Fastfood-Riesen McDonald’s, nahe ihrer Wohngemeinde. Für die letztjährige Berg-Schweizer-Meisterin geht die Saison Ende Februar weiter mit einer siebentägigen Rundfahrt im südamerikanischen El Salvador. Radsportliche Ziele hat Doris Schweizer einige. Sie möchte bald einmal in einem internationalen Rennen aufs Podest steigen und an der Weltmeisterschaft 2013 eine gute Figur machen.

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