Eishockey
2:3 gegen La Chaux-de-Fonds: EHC Olten reitet sich ins Elend

Die Powermäuse verlieren trotz grossem Chancenplus in der Overtime gegen La Chaux-de-Fonds 2:3. Nun liegt der haushohe Favorit im Playoff-Viertelfinal mit 1:2-Siegen zurück

Adriana Gubler
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Oltens Eishockeyaner verlieren in den Playoffs
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Truttmann kommt gegen drei La-Chaux-de-Fonnier nicht zum Erfolg.
Unsanfte Landung für den EHC Olten und Stürmer Schild.
Topskorer Kast trifft für La Chaux-de-Fonds.
Zwischenzeitlich jubelte Olten über den Führungstreffer.
Kerniger Check von Schild (rechts).
Topskorer Kast trifft für La Chaux-de-Fonds.

Oltens Eishockeyaner verlieren in den Playoffs

HR.Aeschbacher

Nur einer hätte die Überstunden 15 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit noch verhindern können: Justin Feser. Der junge EHCO-Kanadier wurde bei einem schnellen Oltner Gegenangriff von Sturmkollege Marco Truttmann angespielt, knallte die Scheibe aber am Kasten von Damiano Ciaccio vorbei.

Da der Schlussabschnitt zuvor torlos blieb und auf der Anzeigetafel nach 60 Minuten ein 2:2 aufleuchtete, ging die zusehends hitziger werdende Partie in die Overtime.

Einer hätte diese frühzeitig beenden können: Marco Truttmann. In der 63. Minute angelte sich Justin Feser die Scheibe und spielte sie zu Truttmann, der an der blauen Linie lauerte. Herrlich, wie er den Puck mit dem Rücken zum gegnerischen Tor annahm, sich blitzschnell drehte und loszog. Zum perfekten Game-Winning-Goal fehlten nur wenige Zentimeter, ja Millimeter, denn die Nummer 94 sah ihren Schuss vom Pfosten abprallen.

Neininger entgegen dem Spielverlauf

In den folgenden Minuten agierten die Oltner klar überlegen, die nächste Grosschance vergab Feser. Und nach ihm lenkte Shayne Wiebe einen Pass von Diego Schwarzenbach übers Tor. Nur selten tauchten die Chaux-de-Fonniers richtig gefährlich vor Thomas Bäumle auf. Dafür entscheidend in der 73. Minute, als Robin Leblanc schoss und der Abpraller bei Michael Neininger landete. Dieser hatte keine Mühe, den bereits am Boden agierenden Bäumle zum 2:3-Schlussstand zu bezwingen.

Der EHCO, der vor allem in den entscheidenden letzten 30 Minuten ein glasklares Chancenplus aufwies, hätte die Partie zuvor für sich entscheiden müssen. Nun aber steht der NLB-Qualifikationssieger nach drei Viertelfinalpartien mit dem Rücken zur Wand (1:2) und steht am Freitag auswärts in La Chaux-de-Fonds ziemlich unter Zugzwang.

Begonnen hat die Partie mit einer guten Oltner Möglichkeit in der zweiten Minute nach einem sehenswerten Hirt-Schwarzenbach-Angriff. Danach zog sich der EHC Olten zurück und die Gäste übernahmen das Zepter. Erst recht, als Corey Ruhnke nach zwei Minuten und 22 Sekunden auf die Strafbank wanderte. Oft waren die Neuenburger in dieser Phase einen Schritt schneller.

Der Pfostenschuss von Jérome Bonnet in der vierten Minute war schliesslich der Vorbote für den HCC-Führungstreffer durch Neininger der kurze Zeit später Tatsache wurde. Gegen Ende des ersten Drittels aber fand der EHCO doch noch ins Spiel. Ihrerseits in Überzahl spielten die Powermäuse in einem Bilderbuch-Angriff die Neuenburger richtiggehend schwindlig. Der von Fabian Ganz herrlich angespielte Cédric Schneuwly erzielte am Ende dieses Paradezusammenspiels den Ausgleich.

Im Mitteldrittel hätte Olten das Spiel entscheiden müssen

So richtig am Drücker waren die Oltner im Mitteldrittel. Topscorer Shayne Wiebe demonstrierte dies, als er die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie mit der Hand abfing und einen Gegenangriff startete. Zwei Chaux-de-Fonniers sahen gegen den schnellen jungen Kanadier alt aus und konnten ihn nur mehr stoppen, indem sie ihn regelwidrig von den Beinen holten. Die folgende Zweiminutenstrafe nutzte der EHCO zu seinem zweiten Powerplaytor und der erstmaligen Führung an diesem Abend (2:1). Die Platzherren schnupperten im Anschluss am 3:1.

La Chaux-de-Fonds Topscorer Timothy Kast nutzte eine weitere gute Möglichkeit zum 2:2 und sorgte damit für eine wiederum komplett offene Ausgangslage vor dem Schlussdrittel und letztlich der Verlängerung.