«Ich bin doch noch nicht mal weit im Kunstturnen», stapelt der Ivan Eberhard sofort tief. Er liebe es einfach, Kunstturnen zu betreiben, meint der Sekundarschüler weiter. Dass er eine grosse Affinität für den Sport übrig haben muss, erkennt man auch an seinem Trainingsplan, denn nicht weniger als sechs Trainings hat er pro Woche zu bestreiten. Gleich nach der Schule muss er seine Sachen packen und sich nach Solothurn begeben, um dort Trainingseinheiten von zweieinhalb bis drei Stunden zu bestreiten, und samstags ist er sogar bis zu fünf Stunden in der Halle. «Wenn man etwas erreichen will im Kunstturnen, dann muss man auch Opfer bringen», erwidert er sichtlich bewusst seines Efforts.

Der 15-jährige Kunstturner Ivan Eberhard aus Bettlach zeigt sein Können

Ivan Eberhard zeigt sein Können

Es sei nicht immer einfach, den Freunden zu erklären, dass er keine Zeit habe, aber dank grossem Verständnis seitens Familie und Freunden könne er sein grosses Ziel verfolgen: Ins Kunstturnerteam von Swiss Olympic gelangen und später hoffentlich an Olympia teilnehmen. Natürlich verfolgte er auch fleissig die Kunstturner in London und drückte dort Claudio Capelli, seinem Schweizer Vorbild, die Daumen: «Ich möchte später einmal dort stehen, wo er jetzt ist.» Doch wie kam Ivan überhaupt zum Kunstturnen? Seine Mutter Anne erzählt aus der Kindheit: «Nachdem ich mit Ivan jeden Tag mindestens drei Stunden auf dem Spielplatz war und er nie nach Hause gehen wollte, fragte ich meine Nachbarin, was man machen könne, und sie meinte, dass wir es mit Kunstturnen versuchen sollten.» Sie habe sich auch oft Sorgen gemacht wegen Unfällen, da Kunstturnen als intensiver Sport gelte, sei aber froh, dass Ivan ohne grösseren Verletzungen davongekommen sei, erklärt sie weiter.

Über die Zukunft will sich der junge Bettlacher noch nicht zu viele Gedanken machen, obwohl sich dieses Jahr zeigen wird, wie es mit seiner Kunstturnerkarriere weitergeht. Im November wird er einen Test ablegen müssen, welcher entscheiden wird, ob er vom «erweiterten» Nachwuchskader ins normale Nachwuchskader von Swiss Olympic aufsteigen kann. Ivan bleibt aber ruhig: «Natürlich möchte ich unbedingt ins Kader, aber es wird sich dann zeigen, ob ich es auch verdient habe.» Bei einem solchen Einsatz und einer solchen Leidenschaft würde es der junge Solothurner sicher verdienen.