Eishockey
14 neue Namen beim EHC Olten: heiteres Rätselraten im Kleinholz – wird Martin Plüss doch noch zum Thema?

Der offizielle Trainingsauftakt des EHC Olten stand nicht nur für Trainer Bengt-Ake Gustafsson im Zeichen des Kennenlernens. Auch Geschäftsführer Peter Rötheli und der neue EHCO-VR-Präsident Marc Thommen veranstalteten ob der vielen neuen Spieler ein heiteres Rätselraten.

Marcel Kuchta
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Sucht noch den Durchblick: EHCO-Headcoach Bengt-Ake Gustafsson (Mitte).

Sucht noch den Durchblick: EHCO-Headcoach Bengt-Ake Gustafsson (Mitte).

Am vergangenen Mittwoch betraten die Spieler des EHC Olten erstmals in der neuen Saison das Eis im Kleinholz-Stadion. Doch erst gestern Montag war der offizielle Trainings-Startschuss. Die ersten drei Einheiten dienten den Spielern mehr oder weniger als Bewegungstherapie nach der Sommerpause. Am Samstag mussten diejenigen vier Cracks, welche das Sommertraining nicht mit der Mannschaft in Olten absolviert hatten, in der Stadthalle zum Konditionstest antraben. Ryan Vesce, Stanislav Horansky, Simon Barbero und Tim Stapleton erfüllten allesamt die Vorgaben.

Hat alle Konditionstests bestanden: Ryan Vesce mit der Nummer 90.

Hat alle Konditionstests bestanden: Ryan Vesce mit der Nummer 90.

KEYSTONE

Für Headcoach Bengt-Ake Gustafsson war die Einheit vom Montag die offizielle Saisonpremiere. Der Schwede hielt sich jedoch stark im Hintergrund und überliess die Trainingsleitung grossmehrheitlich seinem Assistenten Chris Bartolone. Für Gustafsson hat in dieser ersten Phase der Saison Priorität, dass er seine Spieler beobachten kann. Was umso wichtiger ist, wenn eine Mannschaft nicht weniger als 15 Neuzugänge zu verzeichnen hat. Bis auf Verteidiger Simon Lüthi, der nach einer Knieoperation noch einen Trainingsrückstand aufweist und erst in zwei bis drei Wochen wieder vollständig fit sein wird, standen alle neuen Olten-Spieler auf dem Eis. 14 neue Namen, 14 neue Gesichter. Das sorgte nicht nur bei den Trainern für rauchende Köpfe, sondern auch bei den Beobachtern neben dem Spielfeld. Geschäftsführer Peter Rötheli und der neue EHCO-VR-Präsident Marc Thommen veranstalteten angesichts der Neulings-Flut ein heiteres Rätselraten – mit durchwachsenem Erfolg.

Marc Thommen (rechts) musste ob der vielen Neuzugänge noch ein Rätselraten veranstalten.

Marc Thommen (rechts) musste ob der vielen Neuzugänge noch ein Rätselraten veranstalten.

Bruno Kissling

Bengt-Ake Gustafsson gefiel das, was er bisher auf dem Eis zu sehen bekam, sehr gut. «Wir haben viele talentierte Spieler. Das ist eine sehr interessante Ausgangslage. Ich gespannt, wie sich die Mannschaft während des nächsten Monats entwickelt.» Für das Trainerteam geniesst entsprechend das Teambuilding hohe Priorität. Helfen sollen dabei auch die beiden Auslandsaufenthalte in Deutschland und in Österreich während der Vorbereitung. «Es ist wichtig, dass die Stimmung in der Garderobe gut ist, dass sich die Spieler finden und wohlfühlen. Mein Gefühl ist jedenfalls sehr positiv», zeigt sich Gustafsson erfreut über das, was er bisher von seinen Jungs gesehen hat.

Für ihn und Chris Bartolone steht in den sechs Wochen bis zum Saisonstart gegen Langenthal im Fokus, die richtige Mischung zu finden, die Stärken und Schwächen der neuen Spieler zu erkennen. Erste Anhaltspunkte wird das erste Testspiel am kommenden Freitag gegen La Chaux-de-Fonds geben.

Die Vorbereitungsspiele des EHCO:

Freitag, 11. August, 20 Uhr: Olten - La Chaux-de-Fonds. – Samstag, 19. August, 20 Uhr: Bietigheim (De) - Olten (Ice-Cup). – Sonntag, 20. August: Platzierungsspiel Ice-Cup in Bietigheim. – Mittwoch, 23. August, 16.30 Uhr: Olten - Thurgau (EHCO-Cup). – Freitag, 25. August, 20 Uhr: Olten - Freiburg (De) (EHCO-Cup). – Samstag, 26. August: Platzierungsspiel EHCO-Cup. – Sonntag, 3. September, 18 Uhr: Feldkirch (Ö) - Olten. – Samstag, 9. September, 19.30 Uhr: Freiburg (De) - Olten. – Erstes Meisterschaftsspiel: Mittwoch, 13. September, 19.45 Uhr: Olten - Langenthal.

Der Flirt mit Martin Plüss:

Nach Langnau will er nicht, Biel will ihn nicht, Kloten setzt auf Rückkehrer Tommi Santala. Die drei wahrscheinlichsten Destinationen für Martin Plüss haben sich in den letzten Wochen in Luft aufgelöst. Was, also, macht der ehemalige Captain des SC Bern in der kommenden Saison? Tritt er zurück? Kehrt er nochmals nach Schweden zurück? Landet er doch noch irgendwo in der NLA (Fribourg)?

Der 40-Jährige hüllt sich auch jetzt, wo bei allen Teams wieder das Eistraining begonnen hat, in Schweigen. Noch nie thematisiert wurde eine Variante, die genauso interessant wie unwahrscheinlich ist. Martin Plüss schliesst sich dem EHC Olten an und hilft mit bei der Mission NLA-Aufstieg. Ein Hirngespinst? Fakt ist, dass der 236-fache Nationalspieler und Olten-Geschäftsführer Peter Rötheli am Ende der vergangenen Saison miteinander in Kontakt standen. Seither herrschte allerdings Funkstille zwischen den beiden Parteien.

In Olten ist man sich im Klaren darüber, dass die Chancen, einen Spieler dieses Kalibers zu verpflichten, minim sind – ganz abgesehen von den finanziellen Hürden, die da noch im Wege stehen würden. Ungeachtet der Tatsache, dass man Martin Plüss kaum im EHCO-Dress sehen wird, wäre eine Zusammenarbeit äusserst reizvoll. Wer einen solchen Spieler, der trotz seines Alters immer noch zu den Besten des Landes gehört, verpflichten kann, der unterstreicht seine Ambitionen auf eindrückliche Art und Weise. Es wäre der «Kaiser-Transfer» mit grosser Öffentlichkeits-Wirkung. Aber eben: es gilt, realistisch zu bleiben. Plüss beim EHCO ist mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr als ein süsser Traum. (ku)