Triathlon kann bisweilen ganz schön nervig sein: Etwa dann, wenn einem ein Konkurrent das Velo in der Wechselzone umschmeisst und man als Athlet zuerst seine sieben Sachen zusammensuchen muss, ehe man auf die Bikestrecke gehen kann. Sprich, das Loch, das sich in dem Fall zur Spitzengruppe öffnet, erst wieder kraft eines Energieschubs zuradeln muss. Selbiges hat Lars Holenweger schon erlebt – am Intervallduathlon in Zofingen. In der Regel aber erreicht der 14-jährige Kantischüler aus Oberdorf das Ziel mit der Spitze oder ist die Spitze.

Im Rahmen der Youth League klassierte sich der talentierte Triathlet im dritten Gesamtrang. Die Youth League ist eine Wettkampfserie für Jugendliche, die sechs Wettkämpfe (fünf Triathlons und ein Aquathlon) umfasst. In der Gesamtwertung werden die besten vier Rennen gewertet. Gleichzeitig gilt die Reihe zur Selektion für die Nationalkader. «Mein Ziel heuer war es, mich für das Nachwuchs-Kader zu qualifizieren», hält Holenweger fest. Obwohl er von Pfingsten bis Mitte August wegen Fersenproblemen triathlonmässig pausieren musste, dürfte er die Voraussetzungen sportlich erfüllt haben. Es sei nun aber trotzdem noch nicht klar, hält Holenweger fest, ob er mit 14 Jahren tatsächlich schon in ein nationales Kader berufen werde.

Nur Schwimmen ist zu langweilig

Der Sohn von Triathlon-Eltern gilt als versierter Schwimmer. Während seiner Lauf-Zwangspause war der Oberdörfer demzufolge vermehrt im Wasser am Schwitzen. «Das ist das Gute am Triathlon», sagt er, «wenn man aus irgendwelchen Gründen eine Disziplin nicht machen kann, hat man immer noch die Möglichkeit, eine andere zu trainieren.» Insofern wäre ihm «nur» Schwimmen zu langweilig. Trotzdem: An den Nachwuchs-Schweizer-Meisterschaften dieses Jahres in Basel klassierte sich der Vertreter des Schwimmklubs Solothurn über 800 m Crawl auf dem fünften, über 200 m Rücken auf dem siebten Rang. In den A-Final-Feldern der Top 8 also.

Alles andere als ein Klacks – sprich bemerkenswert. Und auch wenn er jetzt wieder fit sei und Laufen wieder trainieren könne, werde er in nächster Zeit vorab einige Schwimmwettkämpfe bestreiten. Mit dem Tri- respektive Duathlon soll es dann im Frühjahr wieder so richtig losgehen. Mit Erfolgen wie in der Vergangenheit: 2009 war Holenweger Schüler-Schweizer-Meister im Triathlon, 2011 Vizemeister und 2010 nationaler Duathlon-Meister. «Jeder Moment, in dem man Erfolg hat, ist schön», hält der junge Solothurner dezidiert und gewählt fest. Insofern könne er kein überragendes Highlight seiner Karriere nennen.

Ausdauer-Typ

Der Traum des angehenden Sport-Kanti-Schülers sind die Olympischen Spiele – auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg ist. Aber auch am Ironman auf Hawaii «würde ich gerne einmal dabei sein». Selber sieht sich Lars Holenweger eher als Ausdauer-Typ und so dereinst auf den langen Distanzen zuhause. «Ich bin nicht der Sprinter», sagt der für Griedersport Baden startende Schüler. Aber allemal ein Typ, der einen sehr fokussierten, geordneten und abgeklärten Eindruck hinterlässt.

Auch, wenn er über seinen Trainingsumfang erzählt, der derzeit sechs bis sieben Stunden wöchentlich umfasst. «Wenn ich meinen Umfang jährlich um 10 bis 15 Prozent steigern will, kann ich ja nicht jetzt schon 15 bis 20 Stunden pro Woche trainieren – wie käme das dann in den nächsten Jahren raus?» Da spricht eine Weitsicht, die Träume durchaus Wirklichkeit werden lassen kann. Schliesslich erreichen Triathleten ihren Zenit oft erst um die 30 – wie Nicola Spirig, 30-jährig, gewiss bestätigen wird.