Die Ausgangslage vor dem Halbfinal-Auftakt präsentierte sich völlig offen: Schönenwerd holte in der Qualifikation drei Punkte mehr und beendete diese direkt vor Lausanne auf Platz zwei. Die Bilanz der Direktduelle sprach für die Westschweizer. Diese konnten zwei von drei Begegnungen für sich entscheiden.

Wobei die Schönenwerder im bisher letzten Duell Anfang Februar nur mit einem Ausländer antreten konnten. Im Viertelfinal bekundeten beide Klubs keine Mühe. Schönenwerd eliminierte Uni Bern in der Best-of-3-Serie mit zwei 3:0-Siegen. Lausanne setzte sich gegen Näfels ebenfalls ohne Satzverlust durch.

Die Gäste aus Lausanne kamen zwar zu spät in Schönenwerd an, weil ihr Car im Stau steckenblieb. Doch den Westschweizern gelang ein Blitzstart. Insbesondere Captain Adrien Prével mit einem Service-Winner und einem Ass. «Schöni» blieb mit den ersten beiden Angriffen am Block hängen: 0:4 lautete deshalb die frühe Hypothek.

Das Heimteam war bemüht, die Lücke zu schliessen. Doch spätestens als der Montenegriner in den Reihen des Heimteams Milos Culafic den Angriff bei 20:23 ins Out setzte, war der erste Satz entschieden. Beim zweiten Satzball landete der Aufschlag von Schönenwerds Passeur Scott Fifer zum 21:25 im Netz.

Nervenflattern kostet Punkte

Im zweiten Satz brachte Diagonalangreifer Culafic das Heimteam mit einem Aufschlag-Kracher erstmals in Führung (5:4). Mit einem Dreierblock gegen den Deutschen Björn Höhne erhöhten die Schönenwerder auf 13:11, zur zweiten technischen Auszeit stand es 16:12 und nach gut 25 Minuten war der Ausgleich nach Sätzen Tatsache (25:19). Durchgang drei brachte endlich das erwartete Spektakel und aufreibende Ballwechsel.

Die Führung wechselte mehrmals hin und her. Kurz vor der entscheidenden Phase flatterten bei den Schönenwerdern die Nerven. Lausanne zog von 19:19 auf 22:19 davon und sicherte sich den Satz kurz darauf mit 25:22. Ärgerlich für die Gastgeber, denen auch der Unparteiische nicht wohlgesinnt war in dieser Phase.

Die Punkte wurden immer umkämpfter und die Rallys im vierten Satz noch länger. Die Lausanner konnten sich bis zur ersten Auszeit eine Zwei-Punkte-Führung erarbeiten. Und buchten danach auch die folgenden beiden Punkte zum 10:6. Damit war die Gegenwehr der Schönenwerder gebrochen.

Trainer Bujar Dervisaj reagierte mit diversen Wechseln, war aber wenig später gezwungen, das nächste Timeout zu nehmen (8:14). Dies bewirkte noch einmal ein Aufbäumen bei seiner Mannschaft, welche zwischenzeitlich wieder bis auf einen Punkt an den Gegner herankam (22:23 und 23:24). Titelverteidiger Lausanne, angeführt vom norwegischen Topskorer Jonas Kvalen und dem Franzosen Adrien Prével, liess sich den Sieg aber nicht mehr nehmen und schaffte gleich im ersten Versuch das Break in der Halbfinalserie.