Der Pfiff von Trainer Fredrik Söderström ist laut und bestimmt. Der Schwede unterbricht die Übung, präzisiert die Anleitung – mangelhaft der erste Pass, nonchalant die Ausführung. Es ist eine von wenigen Interruptionen im ersten offiziellen Eistraining des neuen Chefs an der EHCO-Bande. Denn Söderström will in diesen Tagen viel mehr Wert auf grundsätzliche Dinge legen, als das Auge bereits jetzt auf akribische Details zu richten. «Wir haben schon sehr viel Talent gesehen. Erst einmal will ich aber die Spieler kennen lernen und hoffe, dass wir uns dann gegen Ende Woche an die Arbeit ohne Scheibe machen können. Ich habe ein gutes erstes Gefühl erhalten und mag die Energie und die Einstellung der Spieler», bilanzierte Söderström nach dem ersten Training zufrieden.

Sturny, Salzgeber, Weibel: Talente im Tryout

Wie so oft in den allerersten Trainingseinheiten ist die Intensität besonders hoch. Man will schliesslich einen guten ersten Eindruck hinterlassen, sich aufdrängen für höhere Aufgaben. «Man hat gesehen, dass die Spieler motiviert sind und eine Vorfreude auf die Saison zu spüren ist», sagte Söderström weiter.

26 Spieler haben das erste Eistraining der Saison absolviert, wovon 13 Protagonisten – das Trainergespann inkludiert – in der letzten Saison noch nicht beim EHCO unter Vertrag standen. Damit war nicht nur das komplette Stammkader (23 an der Zahl) auf dem Eis, sondern auch die Tryout-Talente Chris Sturny, Joel Salzgeber und Keijo Weibel. Während der 21-jährige Sturny aus dem Nachwuchs von Fribourg-Gottéron stammt und die letzten beiden Jahre Erfahrungen in Nordamerika sammelte, gehören die 18-jährigen Salzgeber und Weibel zum Elite-A-Kader der SCL Tigers.

Die drei Talente bestreiten beim EHCO bis auf weiteres die Vorbereitung und versuchen sich dabei für ein Engagement über die ganze Saison aufzudrängen. Die Chancen stehen nicht einmal so schlecht.

Beim EHC Olten trifft man aber nicht nur viele neue Gesichter an, die Spieler lernen mit dem Startschuss in die Saison 19/20 auch eine neue Bandenanlage kennen, die in den letzten Wochen im Kleinholz installiert wurde. Die modernen Banden sind 15 cm weniger hoch als bisher, aber viel flexibler, geben bei Checks stärker nach und schützen damit die Spieler stärker vor Verletzungen. Hingegen springen die Pucks weniger stark von den Banden ab.

Sechs Wochen bleiben dem EHC Olten, um in Fahrt zu kommen. Eine Zeit, die Söderström und Co. bestmöglich nutzen wollen. «Eishockeytrainer fühlen sich im August immer besonders gestresst, weil viel Arbeit ansteht. Aber man muss sich auch bewusst sein: Natürlich beginnt die Saison schon bald, wir werden auch bereit sein, aber der grosse Entwicklungsprozess geht über diese Zeit hinaus.»

Bis zum Saisonstart vom 13. September bestreitet der EHC Olten sechs Testspiele, davon drei im Kleinholz. Zum Auftakt bekommen es die Powermäuse am Samstag in Biasca (19 Uhr) sogleich mit Ambri-Piotta zu tun.