Mit einem «Sonntagsschuss» aus dreissig Metern leitete der Ex-Grenchner Franjic in Berner Diensten die sechste Saisonniederlage bereits in der elften Minute ein. In den ersten zehn Minuten war die Stadionelf darauf bedacht, mit Konzentration und Pressing die Spielkontrolle zu erhalten, den Gast nicht aufkommen zu lassen. Gleichzeitig wurde dem Sicherheitsaspekt wichtige Bedeutung mit Positionswechseln in der Defensive beigemessen. Diese Ausrichtung sollte die Basis für eine erfolgreiche Reaktion auf die zuletzt sieben sieglosen Ernstkämpfe bilden.

Die spielerische Klasse und Erfahrung des Gastes als Sammelbecken ehemaliger Super- und Challenge-League-Spieler wie Varela, Urdaneta, Portillo, Friedli sowie Schweizer, Redzepi und Ersatztorhüter Jaksic mit Solothurn-Vergangenheit sollte mit diesem Plan ausgefangen werden. Nach ihrem überraschenden Führungstreffer kontrollierten die Könizer die Fortsetzung. Bis Solothurn ebenfalls aus dem Nichts der Ausgleich gelang.Nach einem Foul von Hasler mit Verwarnung (33.) vor der Solothurner Spielerbank demonstrierte Varela mit einem langen Freistoss auf den Kopf von Portillo sein Können. Der Innenverteidiger verpasste mit dem Kopf nur knapp das FCS-Gehäuse.

Im Gegenzug stiess der 17-jährige Solothurner Veronica rechts vor. Er fasste sich ein Herz und erwischte mit einem 25-Meter-Schuss ins entfernte Lattenkreuz Ruiz zum 1:1 (34.). Dieser Treffer verlieh den Einheimischen bis zum Seitenwechsel Auftrieb. Dreimal hatte Walther den Führungstreffer in der Folge auf dem Fuss: Zuerst verpasste er einen Doppelpass zwischen Du Buisson und Hasler (40.), dann bereitete er Ruiz nach einer Veronica-Vorlage grosse Mühe (41.) und schoss nach einem Vorstoss Du Buissons übers Tor (45.). «Wir waren ebenbürtig und erzielten ein wunderschönes 1:1», meinte Hasler.

Diese forsche Phase beantworteten die Könizer ihrerseits mit drei Versuchen – zweimal Franjic (48., 51) und Acosta (54.) –, bei denen zweimal Molina und einmal Lopes klärten. Doch in der gleichen 54. Minute ging der jüngere Bruder von Johan Vonlanthen Acosta, auf der linken Seite vergessen. Völlig frei verwertete der 24-Jährige einen verlagernden Lang-pass von Varela, dem Köniz-Mann für stehende Bälle und präzise Flanken, zur erneuten Führung.

Spielwitz und Wille fehlen

Wille und Bereitschaft, sich in die Mannschaft einzugeben, waren gegen diesen abgeklärten Gegner zu wenig. «Uns fehlte der Spielwitz und vorne waren wir absolut harmlos, denn wir konnten das nicht umsetzen, was wir unter der Woche geübt haben mit dem Pass auf den Sechzehner», monierte Hasler. Zudem hielt Ruiz einen Freistoss vom Trainer-Sohn ins hohe Eck (70.) ebenso, wie er dessen letzten Versuch freistehend abgegeben zur Ecke lenkte (93.). In der 85. Minute pflückte der Gästegoalie Egharevba den Ball vom Fuss. Dazwischen wehrte Büchli 14 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit eine Franjic-Hereingabe noch ins eigene Tor zum 1:3-Schlussstand ab.