Judo
1200 Judo-Kämpfe begeistern die Zuschauer in Niederbipp

210 Kinder und Jugendliche nahmen auf Einladung des Judo-Kwai Oensingen vier Kampfflächen in Beschlag. Weil in der Gäuer Metropole keine geeignete Halle zur Verfügung stand, wichen die Organisatoren ins Bernische aus.

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Impressionen vom Grosskampftag.
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Impressionen vom Grosskampftag.

Marcel Bieri

Nur Ausnahmekönner wie Jürg Röthlisberger (Olympiasieger 1980) oder Sergei Aschwanden (Olympiadritter 2008) hauchen der Randsportart Judo in der Schweiz kurzzeitig Aufschwung ein.

Umso wichtiger ist es, dem Nachwuchs eine Plattform zu bieten. Dies bewog René Bobst, zwei Jahre nach der Klubgründung in Oensingen 1996 ein Schüler-Mannschaftsturnier einzuführen. «Der nächste Schritt war dieses Einzeltur-nier für den Nachwuchs», sagt der 46-jährige Schwarzgurtträger, der seine Karriere 1978 in Balsthal lancierte.

Dank Angeboten im Ferienpass und in «Oensingen bewegt» ist die Nachwuchsfindung kein Problem. «Es kommen immer Kinder zum Schnuppern», sagt Vereinspräsident Bobst. «Sechzig Prozent unserer Mitglieder sind unter sechzehnjährig» ergänzt er.

Erfolgreiche Solothurner

Im Kanton Solothurn gibt es sieben Klubs. «Nunningen ist im Verband beider Basel, Solothurn, die beiden Grenchner Clubs sowie Balsthal gehören den Berner Verband an, derweil Olten und Oensingen keiner Regionalorganisation angehören», klärt Bobst auf. Solothurn und Oensingen arbeiten jedoch zusammen. Am Schülerturnier in Niederbipp, dem sogenannten Megasol-Cup, erkämpften sich die Athleten aus dem Kantonshauptort eine Gold- sowie je drei Silber- und Bronzemedaillen, während die Gäuer je zwei Gold- und Silber- sowie eine Bronze-Auszeichnung einheimsten.

In der Teamwertung obsiegte die Talentgruppe beider Basel (118 Punkte). Solothurn und Oensingen schafften es unter 47 Teams in die Top Ten, während Grenchen Platz 16 belegte.
Gisela Löffel aussortiert
Die Basisarbeit ist den Clubs überlassen. Talente ab 15 Jahren werden in nationalen Stützpunkten in Brugg, Basel und Freiburg sowie in der Ost- und Westschweiz und im Tessin gefördert. «Nach dem Ausscheiden von Gisela Löffel gehört leider niemand mehr aus unserer Region einem
Kader an», bedauert Bobst, selbst U17-Auswahl-Trainer in den Jahren 1997 bis 2001.

Die 24-jährige Oensingerin Löffel wurde 2012 als amtierende Schweizer Vizemeisterin 2012 aussortiert. «Eine Begründung erhielten wir nicht», sagt Bobst.

Mit nur zwei Frauen und fünf Männern blieb die erstmals ausgeschriebene Mastersklasse (ab 35-jährig) klar unter den Teilnahmeerwartungen. Nicole Hirt aus Solothurn gewann die Minikonkurrenz, der gleichenorts ansässige Daniel Perez holte Bronze.