«Mein erster Eindruck ist, dass ich mit unserer Leistung nicht zufrieden sein kann, ich kann aber damit Leben und habe Verständnis dafür – trotzdem bleibt in bitterer Nebengeschmack», lautete FCS-Trainer Aziz Sayilirs Spontananalyse.

Neutralisation im Mittelfeld

Elezi anerbot sich bereits in der 4. Minute die Chance zur Gästeführung. Doch sein Flachschuss bereitete Luzern-Hüter Omlin keine Probleme. Danach begann die gegenseitige Neutralisation im Mittelfeld.

Beide Teams gestanden sich keinen Raum zu. Beide Abwehrreihen standen hoch. Dieser Verlauf verlangte hohe Konzentration. Nur wenn diese nachliess, konnte Wirkung erzeugt werden. Beispiel die 14. Minute: Bento spielte Holenstein auf der rechten Seite an. Dieser lancierte Oliveira, doch Dedaj verhinderte mit seiner Fussabwehr einen Treffer.

Spielfluss hielt nie Einkehr. Es war für beide Seiten kaum möglich, eine Passfolge zu generieren. Diese Engmaschigkeit liess keinen gezielten Spielaufbau zu. Zuspiele fanden selten Abnehmer. Gefahr, Tempo und Rhythmus blieben bescheiden.

Nachspielminute mit Folgen

Die 32. Minute war ein kniffliger Moment. Gataric drang rechts in den Luzerner Sechzehner ein. Er wurde von Kleiner unsauber vom Ball getrennt. Schiedsrichter Borra zeigte jedoch Weiterlaufen an.

Dafür hatte es die Nachspielminute der ersten Halbzeit in sich. Haas spedierte den zweiten Eckball in den Strafraum. Frei konnte der aufgerückte Innenverteidiger Matri ins rechte hohe Eck köpfeln – 1:0. Dedaj liess den nahen Torpfosten verwaist.

Zwei Neue ohne längere Wirkung

Auf diese kalte Dusche reagierte Sayilir mit einem Doppelwechsel. Appelt für Elezi und Karaboga für Veronica sollten Durchschlagskraft und Präsenz in der Offensive verändern.

Dieser Effekt hatte nur einmal Erfolg. In der 54. Minute erkämpfte sich Fleury rechts aussen den Ball. Seine Verlagerung nach links leitete Karaboga zum frei stehenden Appelt weiter – 1:1.

Der Glaube an eine Wende hielt nur kurz. Drei Minuten später schloss der pfeilschnelle Thali einen Konter mit dem 2:1 ab.

«Ich bin selbstkritisch, wir waren nicht so ruhig am Ball, wir konnten unser Potenzial nicht zeigen», sagte Trainer Sayilir. Und er schob nach: «Wir haben heute gesehen, dass es kein Selbstläufer wird; wir müssen unsere Leistung bringen.»

Auch mit Mertoglu als viertem Offensivmann konnten die Solothurner in der letzten Halbstunde die taktisch, technisch und athletisch überzeugenden Luzerner nicht mehr aushebeln. In der Folge nahmen die Gäste höheres Risiko in Kauf. Entweder die Latte (65.) oder mehrmals Dedaj verhinderten einen dritten Verlusttreffer.