Swiss League
10 Tage und 6 Wochen Pause: EHC Olten muss auf Ryan Vesce und Remo Hirt verzichten

Der EHC Olten muss mehrere Wochen ohne Remo Hirt und mehrere Tage ohne Ryan Vesce auskommen. Es sind zwei weitere schmerzvolle Ausfälle im EHCO-Kader. Trotzdem soll sich in den nächsten Tagen die Situation entspannen.

Silvan Hartmann
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Remo Hirt (links) und Ryan Vesce fallen beim EHC Olten verletzt aus

Remo Hirt (links) und Ryan Vesce fallen beim EHC Olten verletzt aus

Freshfocus/Urs Lindt

Eishockey ist ein harter Sport und wird in Zeiten der stets schneller werdenden Teamsportart immer physischer und körperlich anspruchsvoller. Das muss nicht zuletzt auch der EHC Olten auf schmerzvolle Art und Weise einsehen.

Seit gestern Abend im Spiel gegen die EVZ Academy gesellen sich zu den bisherigen Verletzungsausfällen mit Remo Hirt und Ryan Vesce zwei gute Skorer dazu, sodass die Liste der verletzten Spieler beim EHCO auf 10 Spieler anwächst.

Immerhin: Eine neurologische Untersuchung hat bei Ryan Vesce eine leichte Gehirnerschütterung ergeben, es konnte vorerst als erste Erkenntnis eine schwerere Verletzung des Gehirns ausgeschlossen werden. Trotzdem braucht der US-Amerikaner Ruhe: Ryan Vesce fällt bei gutem Heilungsverlauf 10 bis 14 Tage aus.

Als Hiobsbotschaft ist die Verletzung von Remo Hirt zu verstehen: Der EHCO-Stürmer fällt mit einer Unterkörperverletzung mindestens sechs Wochen aus, wie eine MRI-Untersuchung ergeben hat. Eine Operation kann bislang ausgeschlossen werden. Um welche Art von Verletzung es sich konkret handelt, will der EHCO aus Schutz vor Nachfolgeverletzungen beim Stürmer nicht bekanntgeben.

Rückkehr von Horansky erwartet

Als grosses Fragezeichen ist der verletzte Stürmer Stan Horansky zu verstehen. Nach seiner Ellbogenverletzung sprach man zu Beginn davon, dass er in Playoffzeiten zum Einsatz kommen würde. Weil aber für einen optimalen Heilungsverlauf ein operativer Eingriff unumgehbar wurde, verzögerte sich das Comeback Horanskys allmählich. Nun konnte er sich in diesen Tagen die Fäden an der Wunde entfernen lassen und ist wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Ob er jedoch bereits im Cupspiel gegen Biel am Sonntag wieder einsatzfähig sein wird, ist noch unklar.

Auch Devin Muller, der sich auswärts im Langenthal-Spiel eine Lungenquetschung zugezogen hatte, ist auf dem Weg zur Besserung, sodass sogar ein Einsatz im Cupspiel in Betracht gezogen wird. Realistischer dürfte jedoch ein Comeback im Verlaufe der nächsten Woche sein.

Mit zehn verletzten Spielern kommt im Umfeld des EHC Olten unweigerlich eine brisante Frage auf: Wird beim EHCO etwa nicht professionell genug trainiert? Dass es etwas damit zu tun hat, glaubt man beim EHCO nicht und verweist vielmehr auf eine «unglückliche Häufung» der Zwischenfälle. Will heissen: Auch selbst der austrainierteste Spieler hätte die Verletzungen nicht umgehen können. Auch erwähnt man die vielen Verletzten allgemein im Eishockeysport. Servette-Genf hat sogar zurzeit mehr als 12 verletzte Spieler zu beklagen.

Dauer-Rekonvaleszente: Lüthi und Duarte

Einen denkbar ungünstigen Saisonstart haben die Neuzugänge Simon Lüthi und Helder Duarte erlebt. Sie haben beide verletzungsbedingt noch kein Spiel im EHCO-Dress bestreiten können. Lüthi unterzog sich im Frühsommer einer Knieoperation. Man wusste bereits vor den Vertragsverhandlungen, dass es mit einer rechtzeitigen Genesung zum Saisonstart knapp werden könnte. Man habe auch vor Vertragsabschluss professionelle medizinische Einschätzungen zum Knie Lüthis eingeholt. Sein Heilungsprozess entspreche durchaus dem Erwarteten. «Er hat nun ein erstes Mannschaftstraining auf dem Eis bestritten und dürfte in absehbarer Zeit sein Debüt geben. Die Saison ist aber noch lang, wir wollen nichts riskieren», sagt EHCO-Medienchef Pierre Hagmann auf Anfrage.

Und Helder Duarte? Er leidet an einer langwierigen Adduktorenverletzung, die er sich im Sommertraining zugezogen hatte. Womöglich wurde sein Wiedereinstieg ins Training zu früh und zu stark forciert, weshalb er einen Dämpfer einstecken musste. Als weiterer Schritt wird ein Besuch bei einem Spezialisten in Betracht gezogen.

Verletzungen hin oder her. Auch wenn sich die Situation zu entspannen scheint, ist dem EHC Olten die Ernsthaftigkeit der Lage durchaus bewusst. Es stünden im Trainerstaff Gespräche an.

Medienchef Hagmann: «Wir müssen realistisch bleiben. Es wird in den nächsten Tagen sicher nicht einfacher – vor allem auch gegen Biel nicht. Aber es besteht die Möglichkeit, dass die Mannschaft dadurch noch stärker zusammenwächst.»