1.-Liga-Fussball
Der FC Solothurn auf dem Tiefpunkt: 0:4-Klatsche bei Kosova

Die klare 0:4-Klatsche beim FC Kosova in Zürich ist im bisherigen Saisonverlauf des FC Solothurn einem absoluten Tiefpunkt gleichzusetzen. Der Auftritt war sportlich sehr enttäuschend. Dazu kam eine weitere Undiszipliniertheit mit dem zweiten Platzverweis im zweiten Spiel in Folge.

Pius Rüegger
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Ein Bild mit Symbolcharakter: Der FC Solothurn ist schwer angeschlagen.

Ein Bild mit Symbolcharakter: Der FC Solothurn ist schwer angeschlagen.

Hans Peter Schläfli / Solothurner Zeitung

Emmanuel Mast leistete sich diese Unsportlichkeit unmittelbar nachdem das Spiel definitiv entscheidenden zweiten Kosova-Treffer durch Osmani (80.). Mast sollte noch vor dem Wiederanpfiff durch Sebastian Gerspacher ersetzt werden. Beim Verlassen des Spielfeldes auf der Zuschauer-Seite beleidigte der 23-Jährige Schiedsrichter-Assistent Jonathan Collaud. Dieser signalisierte diesen verbalen Übergriff Schiedsrichter Fabian Hänggi.

Gleichzeitig vollzog der erste Assistent Ramon Lisci den zweiten Solothurner Wechsel. Sebastian Gerspacher hatte das Spielfeld bereits betreten. Deshalb winkte auch dieser Assistent seinen Chef zu sich. Diese Gleichzeitigkeit hatte minutenlangen Klärungsbedarf zur Folge: kann der FC Solothurn mit elf oder nur zehn Spielern weiterspielen? Sportchef Hans-Peter «Bidu»Zaugg klärt nach Rücksprache mit dem Schiedsrichter auf: «Die Beleidigung geschah beim Herauslaufen. Da das Spiel noch nicht wieder aufgenommen wurde, galt dieser Wechsel gemäss Regelwerk als nicht vollzogen, das Spiel war noch nicht wieder aufgenommen worden, sodass wir zu Zehnt zu Ende spielen mussten.»

Die zwei weiteren Tore der Platzherren in den letzten Minuten waren dadurch nur noch Beigemüse. Die Solothurner verpatzen ihren Auftritt schon vorher. Ihre Verunsicherung zog sich wie ein roter Faden durch das ganze Spiel. Kosova stellte nicht eine Übermannschaft. Technisch waren sie limitiert. Der 1994 gegründete Albaner-Klub agierte jedoch mit viel Herz, engagierte sich fair-intensiv in den Zweikämpfen und setzte auf tempostarke Aktionen.

Diese Vorteile unterstrichen die Gastgeber mit einem frühen Tor. Es war ein Standard, ihr dritter Eckball bereits in der 17. Minute. Captain und Innenverteidiger Avdyli rückte auf, wurde jedoch frei gelassen. Diese fehlende Zuordnung nützte er, um mit dem Kopf Dushis Corner einzunetzen. Dieser erneut frühe Rückstand löste bei den Besuchern keine emotionale Reaktion aus. Weiterhin fanden sie nicht ins Spiel. Offensiv blieben sie wirkungslos, ohne Druck. Lösungen fanden sie keine. Erst auf einen Freistoss Husers gelang Mast ein Abschluss – darüber (40.). Sicher war das Spielfeld klein, trotzdem konnten sich die Ambassadoren nicht entwickeln. Es blieb bei zufälligem, unkontrolliertem, bravem Stückwerk. Keiner zeigte Initiative, riss die Mitspieler mit. Vermisst wurden Zusammenhang, Harmonie, Geschlossenheit.

Die ersten Aktionen nach dem Seitenwechsel gehörten wieder Kosova. Bähler hatte eine Flanke Muharemis zu fangen (46.) und einen Freistoss Dushis wegzuboxen (49.). Zwei Minuten später verpasste Osmani links. Die Gastgeber blieben griffiger obwohl das Geschehen offener wurde. Die Besucher kamen zu Möglichkeiten. Hunziker schloss einen Konter rechts daneben ab (60.) und Mast links (61.). Einen Eckball Masts von rechts schoss Huser aus vollem Lauf darüber (65.). Die Widmer-Truppe verstärkte mit dem Wechsel von Loosli für Stuber (46.) und Bruni für Philippe Gerspacher (75.) die Offensive. Kosova strebte das zweite Tor an, Solothurn den Ausgleich. Das Pegel schlug wieder zugunsten der Zürcher aus. Nachdem Bähler einen Schuss Renias abwehrte, verwertete Osmani den zweiten Ball (80.). Mit zwei weiteren Treffern – ein Flachschuss Foniqis von links (89.) und ein Foulelfmeter von Ajeti, verschuldet von Koekenbier an Foniqi (94.) – nützte Kosova das kollektive Solothurner Formtief gnadenlos aus.

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