FC Wangen bei Olten (9.)

Rodrigo Tosi ist der Top-Wintertransfer des FC Wangen bei Olten. Der gebürtige Brasilianer mit italienischem Pass spielte in der Schweiz bereits für Neuchâtel Xamax und Lausanne. Die erste Station des Angreifers in der Schweiz war aber der FC Olten, zu welchem er 2008 vom griechischen Verein Iraklis Thessaloniki stiess. In der Dreitannenstadt kreuzten sich die Wege von Tosi und Juan Castro, dem heutigen FC-Wangen-Trainer. «Wir lernten uns vor knapp zehn Jahren kennen, blieben seither in Kontakt», sagt Castro und freut sich über den Transfer-Coup: «Tosi erzielte in der letzten Saison für Limerick FC in der höchsten Liga von Irland mehr als zehn Tore», schwärmt Castro. «Vor ein paar Jahren hat er Lausanne in die Super League geschossen, stand im Cupfinal, und er hatte auch schon Einsätze in der Europa League.» Trotz seiner 35 Jahre sei Rodrigo Tosi «voll im Saft», so die Beurteilung seines neuen Trainers.

Rodrigo Tosi

Rodrigo Tosi im Dress von Lausanne Sport.

Rodrigo Tosi

Der Brasilianer soll beim FC Wangen b. Olten Landsmann Douglas ersetzen. Der beste Torschütze der Vorrunde zog weiter in Richtung Vietnam. Der Linksfuss ist aber bei weitem nicht der einzige Neuling auf der Chrüzmatt. Mit Ibrahima Diaby (vom FC Rothrist), Raphael Moser (FC Langenthal), Wayne Corti (FC Dulliken) sowie Sandro Iandiorio (FC Olten) wurde viel in die Defensive investiert. Vom FC Solothurn kommt Dario Harambasic und vom FC Langenthal Angreifer Albatrit Morinaj.

«Ich bin sehr zufrieden mit den Transfers», sagt Juan Castro. «Wir mussten natürlich etwas machen. Während der Vorrunde waren wir zu knapp an Spielern. Jetzt haben wir mehr Breite, qualitativ bessere Spieler und auch mehr Routine im Kader.» Der einzige Wermutstropfen sei die Verletzung von Skender Zeqiri. Der Mittelfeldspieler riss sich in einem Testspiel die Achillessehne.

Oltens Trainer Juan Castro gibt Michele Fazari Anweisungen.

Juan Castro ist zufrieden mit den Transfers

Oltens Trainer Juan Castro gibt Michele Fazari Anweisungen.

Als Tabellenneunte führen die Wangner nach der ersten Saisonhälfte die interne Rangliste der vier Solothurner an. Vier Siege und vier Unentschieden sowie fünf Niederlagen; dies die Bilanz des Absteigers aus der 1. Liga. Der Vorsprung auf die Relegationszone beträgt nur drei Zähler. «Wir befinden uns ganz klar im Abstiegskampf. Es wird eine harte Rückrunde», sagt Trainer Castro. Das Ziel laute, so schnell wie möglich die nötigen Punkte auf dem Konto zu haben und dem Abstiegskampf zu entkommen. Castro ist sicher, dass sich sein Team nur selber schlagen könne. «Wir sind ‹giggerig› darauf, dass es endlich losgeht.» Die Wangner werden sich aber noch ein wenig gedulden müssen. Wie der Grossteil der Partien wurde auch die Affiche Wangen gegen Rothrist witterungsbedingt verschoben.

FC Olten (11.)

Das Derby zwischen dem FC Olten und dem FC Dulliken soll dagegen wie geplant stattfinden. Dies der Stand gestern Abend. Der Tabellenelfte empfängt den Zwölften. Beide Klubs holten in der Vorrunde 13 Punkte. Auf diese durchzogenen Leistungen wurde im Winter unterschiedlich reagiert. Bei den Dullikern kams zu zahlreichen Wechseln, die Verantwortlichen des FC Olten bewahrten Ruhe. Zwei Spieler holten die Oltner im Winter: Torhüter Kay Trost, welcher die Nummer-zwei-Position von Benedict Büttiker übernimmt, und Angreifer Patrick Dibrani, der in der Vorrunde beim Ligakonkurrenten Rothrist spielte.

Rothrists Torhüter Kay Trost (l.) wechselte zum FC Olten

Rothrists Torhüter Kay Trost (l.) wechselte zum FC Olten

Das Team verlassen haben Sandro Iandiorio (zum FC Wangen bei Olten) sowie die beiden Stürmer Josip Jukic und Tunahan Canik, Oltens bester Torschütze in den letzten Jahren. «Die Spieler, die gegangen sind, teilweise schon in der Vorrunde, wollte ich nicht mehr», stellt Trainer Flavio Catricalà klar. «Jeder Spieler hat seine eigene Geschichte und Gründe, weshalb er nicht ins Gefüge gepasst hat.»

Tunahan Canik war in den letzten Jahren der erfolgreichste Torschütze der Oltner

Tunahan Canik war in den letzten Jahren der erfolgreichste Torschütze der Oltner

Die Ziele für die Rückrunde klingen bei den vier Solothurner Klubs natürlich identisch. So hofft denn auch Flavio Catricalà, dass seine Mannschaft möglichst rasch «hinten raus kommt». «Wenn wir unser Potenzial umsetzen, werden wir uns schnell aus dem Abstiegskampf verabschieden und eine ruhige Rückrunde haben.» Er hoffe insbesondere, dass sein Team nun endlich vor Verletzungen verschont bleibe. «Wir hatten in der Vorrunde zwischendurch zehn verletzte Spieler», so Catricalà. Ebenfalls entscheidend für einen positiven Rückrundenverlauf sei der Auftakt: «Wir müssen gut aus den Startlöchern kommen.»

Am besten natürlich mit einem Dreier im Derby gegen den FC Dulliken. Der 40-Jährige erwartet ein sehr kämpferisches Spiel, denn es gehe um alles: «Beide Teams dürfen nicht verlieren. Der Platz wird tief sein, wir müssen den Kampf annehmen, mit Schönspielen kommen wir nicht zum Ziel.» Das Team, das besser organisiert sei und den Sieg mehr wolle, werde gewinnen. «Wir haben in den letzten sieben Wochen auf dieses Spiel hingearbeitet und sind bereit.»

FC Dulliken (12.)

Trainer Bejtush Rrustolli startet bei den Niederämtern also gleich mit dem Prestigespiel gegen den FC Olten. Der 48-Jährige beerbte in der Winterpause Herbert Fischer. «Ein Derby bedeutet immer Kampf», sagt Rrustolli vor seinem Einstand. «Ich erwarte ein heisses Spiel. Beide Teams wollen natürlich unbedingt gewinnen.» Dulliken muss sein Heil in der Offensive suchen. Denn dort sieht Rrustolli die grösste Stärke seines Teams. Er könne im Moment aber nur schwer abschätzen, wohin der Weg des FCD in der Rückrunde geht. «Im Winter gab es viele Wechsel im Kader. Und wir haben im taktischen Bereich noch grosse Probleme. Wir brauchen sicher noch etwas Zeit, bis wir uns gefunden haben auf dem Platz. In drei, vier Spielen sehen wir, wo wir stehen», sagt Rrustolli.

Der 48-jährige Bejtush Rrustolli

Der 48-jährige Bejtush Rrustolli

Mit acht Neuverpflichtungen steigen die Dulliker in die Rückrunde. Wobei die zwei Offensivspieler Shkendim Asani und Ömer Komur bereits am Schluss der Vorrunde auf der Ey trainierten. Vom Drittligisten FC Egerkingen holten die Dulliker Goalie Murat Kücüker und Angreifer Oguzhan Tonus zurück. Mehr Breite im Mittelfeld sollen Aziz Kukavica, der zuletzt in Deutschland gespielt hat, und der Ex-Oltner und Ex-Wanger Valdimiro Quinjica bringen. Vom FC Solothurn kam der 22-jährige Verteidiger Jérôme Roth und vom FC Olten Angreifer Tunahan Canik, der Hazir Zenuni ersetzen muss.

«Uns sind leider Spieler abgesprungne. Im Winter ist es nicht einfach, gute Leute zu bekommen», sagt FCD-Präsident Ueli Schenk. «Ich bin selber gespannt auf den ersten Match. Es wird sich zeigen, ob wir unsere Arbeit gut gemacht haben.» Schenk rechnet damit, dass Ende Saison zwei Solothurner Klubs absteigen. «Es kann auch uns erwischen. Es ist alles so eng beieinander. Weil es einfach auch eine starke Gruppe ist.» Jeder Punkt könne für den Ligaerhalt entscheidend sein. Deshalb sieht Schenk jedes Spiel der Rückrunde als Derby und Cupmatch zugleich. Insbesondere das vom Sonntag in Olten: «Es wird ein Kampf auf Biegen und Brechen. Wir dürfen nicht verlieren. Mit einem Punkt könnte ich leben.»

FC Biberist (13.)

Für Trainer Vincenzo Salerno wird die Rückrunde eine Abschiedsvorstellung. Der 37-Jährige verlässt den FC Biberist nach vier Saisons. Mit einem Abstieg gehen zu müssen, fände er zwar schade, so Salerno, aber: «In unserer Situation wäre es eher eine Sensation, wenn wir oben bleiben würden.» Zur Halbzeit ist der FC Biberist Vorletzter; drei Punkte hinter einem rettenden Platz. Wichtiger als der Nicht-Abstieg sei jedoch, dass die Mannschaft über die Saison hinaus zusammenbleibe.

«Und das wird auch so sein», sagt Salerno. In der Winterpause musste das Team einen herben Rückschlag verkraften. Roman Rüegsegger, mit sieben Toren Biberists treffsicherster Spieler in der Vorrunde, hat sich das Kreuzband gerissen. Mittelfeldspieler Pascal Senn hatte in der Vorrunde bereits das gleiche Schicksal ereilt. «Nun müssen die anderen Spieler etwas mehr Verantwortung übernehmen. Jeder muss über sich hinauswachsen», hofft Salerno dennoch auf die «Sensation».

Vincenzo Salerno führte den FC Biberist 2017 zum Solothurner-Meister-Titel. ZVG

Vincenzo Salerno führte den FC Biberist 2017 zum Solothurner-Meister-Titel. ZVG

Beim Kader gab es in der Winterpause nur zwei Mutationen: Der 18-jährige Stürmer Dario Kopp stiess leihweise vom FC Solothurn zu den Wasserämtern. Dafür kehrte der dritte Torhüter, Nicolas Schmid, zum FC Bettlach zurück. Auf die regen Transferbemühungen der Konkurrenten im Abstiegskampf angesprochen, meint Vincenzo Salerno: «Sie haben teilweise eine ganz andere Vereinsphilosophie. Wir sind ein Dorfverein, wollen unsere Junioren raufnehmen. Das ist auch wichtig für ein gesundes Vereinsleben.»

Er rechnet aber damit, dass er sich in Zukunft vermehrt um Transfers kümmern wird. Bei welchem Verein lässt er offen. Nur die Rückrunde zähle im Moment für ihn. In dieser wird der FC Biberist anders auftreten als in den vergangenen drei Jahren, verspricht er. «Mit Rüegsegger und Senn fehlen uns die zwei besten Feldspieler. Deswegen war eine Systemänderung nötig.» Salerno lässt sich nicht in die Karten blicken. Nur so viel: eher defensiv und auf Abwarten.

Biberists Trainer Vincenzo Salerno. Schlusslich Zuchwil spielt gegen Leader Biberist 2:2

Vincenzo Salerno will sich in Zukunft mehr um Transfers kümmern

Biberists Trainer Vincenzo Salerno. Schlusslich Zuchwil spielt gegen Leader Biberist 2:2

Der FC Biberist wird wie die meisten Konkurrenten mit Verspätung in die Rückrunde starten. Der Sportplatz Giriz ist nicht bereit für das Spiel gegen die Blue Stars aus Zürich. Am kommenden Sonntag gastieren die Wasserämter in Muri. «Wir haben etwas gutzumachen und wollen sicher deutlich besser aussehen als noch in der Vorrunde. Es wird interessant sein, zu sehen, wie wir uns weiterentwickelt haben», sagt Salerno und ruft die 0:7-Klatsche aus dem Hinspiel in Erinnerung. Dies war aber die einzige Lehrstunde. Ansonsten verkaufte der letztjährige Solothurner Meister seine Haut teuer in der ersten Saison in der 2. Liga inter überhaupt.