Eishockey
1:2-Niederlage gegen Burgdorf: Zuchwil Regio verpasst die Titelverteidigung

Die Zuchwiler verlieren nach dem 1:2 gegen Burgdorf die Playoff-Final-Serie in der 1. Liga mit 1:3. Zu wenig für ein Team, das während der Saison lange dominant und unwiderstehlich auftrat. Entsprechend gross ist nun die Enttäuschung.

Stefan Siegrist
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Am Boden: Zuchwil um Goalie Simon Pfister verfehlt sein Saisonziel. ZINKE/ARCHIV

Am Boden: Zuchwil um Goalie Simon Pfister verfehlt sein Saisonziel. ZINKE/ARCHIV

Grosser Knall beim EHC Zuchwil Regio – die zweite Niederlage in der Finalserie hatte für Trainer Stefan Gerber Folgen. Präsident Walter Ulrich entzog seinem Coach vor der vierten Partie das Vertrauen. Anstelle von Gerber standen Max Weibel als Chef und Bruno Hebeisen als Assistent an der Bande. Es war die berühmte eine Niederlage zu viel. Von Zuchwil wird der Titel gefordert, das ist ganz klar. Mit dieser Truppe, gespickt mit exzellenten Eishockey-Spielern, wäre ein anderes Ziel mehr als pures Understatement. Allerdings hat der bisherige Verlauf der Final-Serie ein anderes Bild geliefert. Der EHC Burgdorf agierte souverän, solid und mit einem unglaublichen Herz. Die Emmentaler rannten sich die Seele aus dem Leib. Mit der läuferischen Klasse schien dabei Zuchwil Regio sehr viel Mühe zu bekunden. Dies wollte der Zuchwil-Präsident mit dem Trainerwechsel nun provozieren, er gab der Mannschaft neue Impulse.

Zeigt der Wechsel Wirkung?

Ob sich ein solcher Wechsel unmittelbar vor den entscheidenden Partien lohnt, musste die Partie zeigen. In dieser begannen die Gäste sehr willig, sie wollten eine Reaktion förmlich erzwingen. Zumindest der Auftakt war vielversprechend. In der 7. Minute traf Von Dach sogar zur Führung für Zuchwil. Aber der Treffer war irregulär, die Solothurner hatten zu viele Akteure auf dem Eis. Somit wurde das Tor aberkannt und gegen die Gäste eine kleine Strafe verhängt. Dass in dieser anschliessend Burgdorf in Front ging, war aus Sicht Zuchwils sehr ärgerlich und unglücklich. Der Torschütze war der Mann der Final-Serie, Marco Blaser.

Burgdorf mit feinerer Klinge

Nach der Pause verlief das Match wie seine Vorgänger in der Serie. Burgdorf führte die feinere Klinge und stand hinten äusserst kompakt. Dazu wirkte auch in diesem Match Torhüter Kaufmann sehr konstant sicher. Zuchwil Regio fand kein Mittel, kam kaum zu ganz guten Abschlüssen. Zudem erwiesen sich die Gäste mit etlichen Strafen immer wieder einen Bärendienst. In der 33. Minute war es erneut Blaser, die Zuchwiler werden noch von ihm träumen, der mit seinem sechsten Treffer in der Final-Serie zum 2:0 erhöhte. Die Sensation lag in der Luft, Zuchwil kurz vor der kapitalen und nie für möglich gehaltenen Niederlage. Doch in einer Unterzahl fasste sich Reber ein Herz, umkurvte die Burgdorfer Abwehr und passte mustergültig auf Born. Mit dem 1:2 ging es in die Pause.

Zuchwil gab nochmals alles

Jetzt gab es kein Zurück mehr, die Solothurner mussten Goalie Kaufmann irgendwie überwinden. Man tat vonseiten Zuchwils alles, das Engagement und der Wille waren förmlich zu spüren. Das Team von Max Weibel spielte in Vollzahl der Kräfte meist Powerplay, es brannte vor Kaufmann. Die Zuchwiler kamen in diesem Abschnitt zu mehr Tormöglichkeiten als in den gesamten beiden vorigen Partien. Aber es sollte nicht sein, Burgdorf wehrte sich mit Händen und Füssen und was es sonst noch so hatte. Es blieb beim 2:1 und der EHC Burgdorf ist somit neu Zentralmeister und wird sich kommende Woche mit Dübendorf und Düdingen um den Amateur-Meister-Titel messen dürfen.

Für Zuchwil endet eine Saison, die lang souverän absolviert wurde. Dieses Final-Out macht jedoch alle Erfolge zuvor nutzlos. Die Ziele wurden ganz klar verfehlt, die Enttäuschung war riesengross.

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