Eishockey

0:5 gegen Ajoie: Böse Heimschlappe für ratlosen EHC Olten

Die Oltner Verteidigung kassierte gegen Ajoie fünf Tore. Quelle: Marcel Bieri

Die Oltner Verteidigung kassierte gegen Ajoie fünf Tore. Quelle: Marcel Bieri

Für den EHC Olten gibt es vor den Festtagen nur eine frohe Botschaft: Weihnachten an sich. Der Leader bezog gegen den HC Ajoie eine 0:5-Schlappe, obwohl er gegen die Jurassier ein Chancenplus aufwies.

Beim Tabellenvierten war James Desmarais mit zwei Toren, zwei Assists und einem verschossenen Penalty die schillerndste Figur. Der Topscorer der Gäste löste damit Marco Truttmann als bisher fleissigsten Punktesammler der Liga ab.

Nach der zweiten Heimniederlage in Serie fehlt es Oltens Coach Scott Beattie nicht an Wünschen für Weihnachten, viele davon betreffen die dünne Personaldecke. Neben den schon bekannten Abwesenden fiel gegen die Jurassier auch Colton Fretter aus. Beim Kanadier machte sich wieder ein Schlag aufs Handgelenk dermassen negativ bemerkbar, dass diesmal an einen Einsatz nicht zu denken war.

Crameri spielte mit St. Moritz

Der ehemalige Nationalspieler Gian-Marco Crameri, der am Dienstag die Defensive verstärkt hatte, stand gestern nicht zur Verfügung, weil er mit St. Moritz einen 2.-Liga-Meisterschaftseinsatz hatte. Da war es für Beattie schon fast ein Trost, dass die gegen Spielende nach ungünstigen Pucktreffern angeschlagenen Meister und Truttmann bis zum Derby gegen Langenthal wieder fit sein dürften.

Im Duell der beiden je um einen Ausländer reduzierten Kontrahenten - die Gäste agierten ohne Stéphane Roy - spielte trotzdem ein Kanadier die erste Geige. Ajoies Topscorer Desmarais hatte seinen Stock, abgesehen vom 0:3, bei allen wesentlichen Aktionen im Spiel.

In der 21. Minute düpierte er nach einem Bully in der Oltner Zone die zu stark vorwärts drängenden Gastgeber und legte die Scheibe ins Zentrum, wo Killian Mottet zum 0:1 einschiessen konnte. Dreieinhalb Minuten später lancierte David Stämpfli den Kanadier präzis vor Michael Tobler, der gegen den Hocheckschuss des jurassischen Teamleaders keine Chance hatte.

Schiedsrichter mit fragwürdigen Entscheiden

Fast wäre Desmarais im selben Zeitabstand noch zu einer weiteren Mouche gekommen. Doch den in der 27. Minute kurios zustande gekommenen Penalty sah er vom Oltner Torhüter abgewehrt. Mike Marolfs Vorgehen gegen einen Ajoie-Stürmer war mit einem Strafstoss geahndet worden, obwohl er diesen nur neben den Oltner Kasten abgedrängt hatte, ohne ihn in einer effektiv torreifen Aktion unterbrochen zu haben. Es war dies nur einer von mehreren fragwürdigen Refentscheiden, die bei einem knapperen Ausgang noch für viele heisse Köpfe hätten sorgen können. Marolf sorgte darüber hinaus mit drei Ausschlüssen auf Oltner Seite für die krass gegenteilige Bilanz zu Desmarais.

Die Cleverness und Effizienz der Ajoulots, die im dritten Drittel die Oltner Schwächen zu weiteren drei Treffern nutzten, sowie Matthias Mischler als bestens disponierter Goalie verhinderten resultatmässig jede Zweideutigkeit. Die Oltner rannten mit zunehmender Dauer immer verzweifelter gegen das Gehäuse der Gäste an.

Während die Auswärtigen in Überzahl zweimal trafen, konnten die Oltner aus ebenfalls fünf Möglichkeiten keinen Profit schlagen. Da sie mit unglaublicher Regelmässigkeit auch beste Gelegenheiten versiebten, verhalf ihnen auch ein Chancenplus nicht mehr zu einer Wende. Mit einer teils schlechten Raumaufteilung und zu ungenauen Zuspielen erschwerten sich die Oltner das Leben gegen die kämpferisch eingestellten Jurassier zusätzlich. Erfolglose Umstellungen in allen vier Linien zeigten im letzten Abschnitt die Ratlosigkeit, mit denen die Oltner den Festtagen entgegen steuerten.

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