Wenn dem FC Barcelona oder dem FC Bayern München die «echten» Stürmer ausgehen, dann greifen die Trainer zuletzt oft zu einer ungewöhnlichen Massnahme: Sie lassen ohne Stürmer aber mit einer «falschen Neun» spielen. Weltstars wie Lionel Messi, Cesc Fabregas und Thomas Müller leisten auf dieser Position Pionierarbeit. FCG-Trainer Evaldo Della Casa musste sich für die Aufstellung gegen das auf Rang zwölf platzierte Concordia Basel ebenfalls Gedanken zu seiner Offensive machen.

Sein bisher treffsicherster Stürmer Maryan Andonov (7 Saisontore) fehlte gesperrt. Das Experiment gleich zwei dieser Neuner aufzustellen ging nicht auf. Leandro Luis De Sousa Moreira und Samuel Zayas sollten sich abwechselnd zurück ins Mittelfeld fallen lassen, um so eine Überzahl im Zentrum zu schaffen. Die Abwehr der Gastgeber konnte durch diesen taktischen Kniff aber nicht gross beunruhigt werden.

Zu spät erwacht

Nach knapp einer halben Stunde kam der FC Grenchen zu seiner einzigen nennenswerten Chance in Hälfte eins. Marc Du Buisson konnte die schöne Hereingabe von Adrien Rawyler nicht über die Linie drücken. Im Gegenzug konnte FCG-Innenverteidiger Damir Dzmobic den pfeilschnellen John Rakotonomenjanahary nur noch mit einem Foul im Strafraum stoppen. Concordias Nico Thüring versenkte den fälligen Foulpenalty (30.) souverän. Nur vier Zeigerumdrehungen später zappelte der Ball erneut im Netz.

Wieder war Dzombic am Gegentreffer nicht ganz frei von Schuld. Congeli-Stürmer Yannick Rahmen zog nach einem unglücklichen Abpraller von Dzombics Schienbein freistehend von der Strafraumgrenze ab und bezwang den chancenlosen Jeffrey Grosjean im Grenchner Tor. «Als wir endlich erwachten, rannten wir bereits einem 0:2-Rückstand hinterher», konstatierte Unglücksrabe Dzombic nach der Partie. Aber so wirklich wach wirkten die Solothurner auch nach dem Doppelschlag nicht.

Zu schmales Kader

Zwar kombinierte sich Grenchen gekonnt bis an den Sechzehner, doch gefährlich wurde es nie. Schliesslich trafen die Basler durch Pepsi (79.) zum 3:0-Endstand. «Wir haben ein sehr schmales Kader und konnten in den letzten beiden Wochen nicht optimal trainieren», sucht Della Casa nach Erklärungen für die erste Niederlage nach vier Siegen in Folge.