1. Liga
0:3 gegen Zofingen: Solothurns Berg- und Talfahrt hält an

Der FC Solothurn verliert gegen Schlusslicht Zofingen sang- und klanglos 0:3. «Grottenschlecht», taxierte Solothurn-Trainer Roland Hasler am Ende der Partie die Leistung seiner Mannschaft. Die Berg- und Talfahrt des FC dauert jedenfalls fort.

Pius Rüegger
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«Alle Flanken kommen auf den Goalie», schimpfte Solothurns Goalgetter Paulo Vogt, als ihm der Zofinger Andreas Hirzel den Ball wegpflückte.
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Der Solothurner Marc Du Buisson kommt gegen den Zofinger Cem Pinarci zu spät.
Zofingens Captain Pino Nocita umarmt bei einem Eckball den Solothurner Paul Martin - aber der Schiedsrichter sah es nicht.
Der Solothurner Renato Steffen kommt vor dem heranfliegenden Zofinger André Pazeller zum Flanken.
Solothurn verliert gegen Schlusslicht Zofingen 0:3

«Alle Flanken kommen auf den Goalie», schimpfte Solothurns Goalgetter Paulo Vogt, als ihm der Zofinger Andreas Hirzel den Ball wegpflückte.

Hans Peter Schläfli

Waren das die gleichen Solothurner, die gegen Basel U21 überzeugend gewannen und nun gegen Schlusslicht Zofingen auf so blamable Art verloren? Trainer Roland Hasler schickte nämlich die gleiche Startelf auf den Stadionrasen wie vor Wochenfrist. «Grottenschlecht», ärgerte er sich kopfschüttelend. Und fragte sich: «Kann man innert einer Woche wirklich alles verlernen und vergessen, denn heute passte überhaupt nichts?». Es sei ein Kopfsache gewesen und weil er diese Problematik verhindern wollte, habe er die Spieler darauf aufmerksam gemacht. Insofern kann Hasler diese Niederlage nicht akzeptieren. «Dieses 0:3 tut sehr weh - für uns ist es damit bezüglich Aufstiegshoffnungen nun gelaufen», sagte Hasler geknickt.

Solothurn ohne Chance

Diesem disziplinierten, kompakten, engagierten, kollektiv starken und aggressiven Gegner hatten die Rotweissen nichts Gleichwertiges entgegen zu setzen. Die Solothurner kamen nie ins Spiel. Die Aargauer liessen dem Platzklub weder Zeit noch Raum zu einem konzeptionellen Aufbau. Die Zofinger fanden die adäquate Taktik, der Stadionelf jede Wirkung zu nehmen. Ihr Ziel, mit einem Sieg die Abstiegsgefahr vorzeitig zu bannen, haben die Besucher souverän er-reicht.

Auf das 0:1 in der 20. Minute - der aufgerückte Satallone köpfte im Nachgang zum ersten Zofinger Eck-ball ein - blieb eine erkennbare Solo-thurner Reaktion aus. Der Platzklub wirkte uninspiriert, ideenlos, unkoordiniert und unbeweglich. Es fehlte nicht nur an Geschlossenheit, Spritzigkeit und Initiative, sondern auch an einem Führungsspieler, der seine Mitspieler mitreissen und antreiben konnte. «Es war ein pomadige Geschichte», sagte Hasler.

Klassischer Konter

Symptomatisch war die 90. Minute, als Vogt Hirzel überwunden zu haben schien und das leere Tor vor sich hatte, aber der Zofinger Hüter im Nachfassen das Solothurner Ehrentor noch verhinderte. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel entschieden: In der 54. Minute fehlte es an der Zuordnung in der einheimi-schen Abwehr, sodass Jonjic zentral freie Schussbahn zum 0:2 hatte. Sieben Minuten später verhaspelten die Ambassadoren einen Eckball.

Den klassischen Konter vollendete Bisevac zum 0:3-Schlussstand. Die in der 64. Minute eingewechselten Meier und Milutinovic - Solothurn nun mit einem Zwei-Mann-Sturm - und Grossenbacher in der 71. Minute konnten keine neuen Akzente setzen, Impulse einbringen oder gar das Steuer herumreissen. «Ich mag diesen Fussball nicht leiden, den Ball hinten zu spielen, abwarten, und nicht hinter den Gegner zu kommen», verbarg Hasler seinen Frust nicht.