Super League

So schön ist das neue Stadion von Lausanne – gegen Meister YB gibt es dennoch eine deutliche Niederlage

Der Schweizer Fussball ist um eine Attraktion reicher: In der Partie gegen YB eröffnet der FC Lausanne-Sport seine neue Heimat, das Stade de la Tuilière.

Eigentlich hätte dieser Sonntag ein Freudentag für Lausanne-Sport sein sollen. Endlich besitzt der Traditionsverein ein richtiges Fussballstadion. Die Atmosphäre beim ersten Auftritt von Lausanne im Stade de la Tuilière ist aber trist. In Zeiten von Geisterspielen fehlen Zuschauer, die für Stimmung sorgen. Die 12'000 Sitzplätze im Stadion bleiben verwaist. Und für die Musik sorgt neben den lauten Boxen lediglich der Gegner aus Bern. Am Ende leuchtet auf dem nigelnagelneuen LED-Bildschirm das Resultat 0:3 für die Young Boys auf.

Wer mit dem Bus vom Stadtzentrum zum Stade de la Tuiliére fährt, kommt zunächst an der Vergangenheit vorbei. Die Scheinwerfer des Stade de la Pontaise bleiben aber aus, drei Stationen später leuchten dafür diejenigen des Stade de la Tuilière auf. Es ist die neue Heimat des FC Lausanne-Sport. Sie hat wenig gemein mit dem altehrwürdigen Leichtathletikstadion, sondern gleicht mit der Nähe zum Spielfeld englischen Stadien. Von innen erinnert es auch ein wenig an die modernen Arenen in Thun oder Luzern. Dank viel Glas wirkt das Stadion aber offener und weniger eng.

Das Stadion, das übersetzt «Stadion an der Ziegelei» heisst, soll eine neue Ära einläuten und für einen Aufschwung sorgen. Präsident Bob Ratcliffe spricht von einem «Riesenschritt» für den Verein. Die Waadtländer haben nun ein Fussballstadion, das den Ansprüchen des Investors Ineos genügt. Dereinst will LS wieder zu den Schwergewichten im Schweizer Fussball zählen. So wie früher, als der Verein sieben Meistertitel und neun Cupsiege holte. Im Innern des neuen Stadions werden die Spieler an jene Historie erinnert. Über der Auflistung der gewonnenen Titel prangt der Satz: «L’histoire ne se rêve pas, elle s’écrit!» Geschichte wird nicht geträumt, sie wird geschrieben.

YB wäre ein idealer Gegner für eine Einweihungsfeier gewesen

Die ersten Geschichten im neuen Stadion schreiben derweil ausschliesslich die Young Boys. Der Schweizer Meister wäre ein idealer Startgegner für eine schöne Einweihungsfeier gewesen, wenn es denn eine gegeben hätte. Vor dem Start dieser nun etwas skurrilen Eröffnungspartie wissen sich die Berner dennoch wie ein anständiger Gast zu verhalten. Captain David von Ballmoos überreicht seinem Pendant Stjepan Kukuruzovic ein YB-Dress mit der Jahreszahl 2020 und dem Schriftzug des neuen Stadions.

Das erste Tor im neuen Stadion erzielt ein Berner

Danach ist es aber vorbei mit Geschenken des Gasts. Weil Evann Guessand seine Möglichkeiten zum ersten Treffer im neuen Stadion verstreichen lässt, ist es ein Spieler des Schweizer Meisters, der den ersten Treffer im neuen Stadion erzielt: Jordan Lefort trägt sich in die Geschichtsbücher ein. Felix Mambimbi und Jean-Pierre Nsame sorgen mit ihren Toren schliesslich für einen klaren 3:0-Erfolg. Der Sieg hätte noch höher ausfallen können, zwei YB-Treffer wurden aberkannt. Dank des ersten Ligaspiels mit mehr als zwei Treffern festigt YB seine Leaderposition. Erster Verfolger bleibt nach dem 1:0-Sieg gegen Basel der FC Lugano.

Erzielt das erste Tor im neuen Stadion: Jordan Lefort (rechts).

Erzielt das erste Tor im neuen Stadion: Jordan Lefort (rechts).

Der Weg an die Spitze bleibt für Lausanne ein weiter

Für Lausanne bleibt die Erkenntnis, dass der Weg an die Spitze trotz neuem Stadion noch ein weiter ist. Als Ineos 2017 als Geldgeber im Waadtland einstieg, wollte man die Abkürzung nehmen. Nach vielen teuren Rochaden resultierte der Abstieg. Seither gehen es die Verantwortlichen mit mehr Bedacht an. Das Budget der Nachwuchsabteilung wurde verdoppelt, von Partnerklub Nizza sammeln viele Talente bei LS Spielpraxis. Sie sollen Lausanne im neuen Stadion zur alter Stärke führen.

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