Tennis

«So schlecht fühlte ich mich noch nie»: Roger Federers Gedanken an Dominic Thiem

Dominic Thiem (l.) hat gegen Roger Federer (r.) drei von fünf Duellen gewonnen - einen weiteren Sieg möchte Federer nun in Madrid verhindern.

Roger Federer trifft in den Viertelfinals von Madrid auf Dominic Thiem (25, ATP 5). Gegen den Österreicher weist der Baselbieter nicht nur eine 2:3-Bilanz auf und hat das letzte Duell verloren, sondern verbindet mit ihm auch schlechte Erinnerungen.

Man kann sie an einer Hand abzählen, die Spieler, die mindestens fünf Mal gegen Roger Federer angetreten sind und gegen den 20-fachen Grand-Slam-Sieger eine positive Bilanz vorweisen können.

Allen voran seine ewigen Rivalen, Novak Djokovic (25:22) und Rafael Nadal (23:15). Daneben auch der Russe Jewgeni Kafelinkow (4:2) und der Spanier Alex Corretja (3:2), gegen die Federer zu Beginn seiner Karriere in deren Blütezeit spielte. 

So gesehen befindet sich Dominic Thiem (25, ATP 5) in illustrer Gesellschaft. Der Österreicher hat drei von fünf Duellen gegen Federer gewonnen, unter anderem das letzte im Final von Indian Wells.

«Warum spiele ich überhaupt?»

Einen weiteren Sieg feierte Thiem 2016 im Halbfinal in Stuttgart auf Rasen und vor drei Jahren beim Masters-Turnier in Rom. Federer verbindet mit dieser Partie schlechte Erinnerungen, wie er auf Anfrage der «Aargauer Zeitung» in Madrid sagt. 

Drei Monate nach seiner Operation am Meniskus plagen ihn Schmerzen im linken Knie, dazu macht ihm der Rücken zu schaffen. «Da hätte ich niemals spielen sollen. Ich erinnere mich gut, wie ich zwei Minuten vor dem Match zu Seve gesagt habe: Warum spiele ich überhaupt?» Aber da sei es schon zu spät gewesen. «So schlecht wie damals habe ich mich auf einem Tennisplatz noch nie gefühlt.» Er habe kaum servieren und sich kaum bewegen können.

Federer verlor mit 6:7, 4:6. Es war für drei Jahre sein letztes auf Sand. Er verzichtete danach auf die French Open, pausierte ab Sommer 2016 für ein halbes Jahr und liess 2017 und 2018 die komplette Sandsaison aus.

Ein wichtiger Test

In den Viertelfinals von Madrid schliesst sich für Federer nun ein Kreis. Thiem hat zuletzt in Barcelona zum vierten Mal in den letzten drei Jahren Rafael Nadal auf Sand besiegt. Nur Novak Djokovic gelang das noch öfter (7 Mal).

Federer spricht von einem Test, der ihm wichtige Informationen im Hinblick auf die French Open gebe, «im Wissen darum, dass die Bedingungen dort ganz anders sein werden».

Thiem, der im Sommer 2015 auf Einladung Federers mit dem Schweizer in Zürich trainierte, sagte, Federer werde auf Sand unterschätzt. «Das glaube ich nicht», entgegnete Federer. «Nur, weil ich zuletzt nicht auf Sand gespielt habe, macht mich das nicht weniger gefährlich.»

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