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Rücktritt: Bob-Anschieber Lamparter und Egger beenden Karriere

Thomas Lamparter und Jürg Egger, zwei der besten Schweizer Bob-Anschieber der vergangenen Jahre, haben ihre Karrieren für beendet erklärt. In ihrem letzten Wettkampf an den Olympischen Spielen in Sotschi erreichten mit Beat Hefti den 8. Rang.

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Erklärten ihren Rücktritt vom Bob-Sport: Thomas Lamparter und Jürg Egger (von links).

Erklärten ihren Rücktritt vom Bob-Sport: Thomas Lamparter und Jürg Egger (von links).

Keystone

Die Rücktritte der beiden Oberaargauer kommen nicht überraschend. Lamparter und Egger hatten während der abgelaufenen Saison angedeutet, dass sie sich nach Sotschi aus dem Spitzensport verabschieden könnten.

Lamparter begründet den Schritt mit seinem Alter. Er wird im Juni 36-jährig. "Dies ist der richtige Zeitpunkt, um in meinem Leben einen neuen Weg zu gehen", sagt "Lampi". Die Achillessehnen-Verletzung, die ihn vor Sotschi zu einer fünfmonatigen Pause gezwungen hatte, und das Abschneiden an den Winterspielen in Russland hätten seinen Entscheid nicht beeinflusst. Durch sein Master-Studium in Sportmanagement werde er mit dem Leistungssport verbunden bleiben. Welche Beschäftigung er nun ausüben werde, wisse er aber noch nicht, so Lamparter.

Lamparter nahm in seiner Karriere dreimal an Olympischen Spielen teil. Bei seiner Premiere 2006 in Turin hatte er mit Bronze im Vierer-Schlitten von Martin Annen seine einzige Medaille geholt. Die Winterspiele 2010 und 2014 waren nicht nach seinem Gusto verlaufen, weil er sowohl in Vancouver als auch in Sotschi zu keinem Einsatz im Zweier kam. Vor vier Jahren stand in dieser Disziplin kein Steuermann mehr zur Verfügung, nachdem sich sein Stammpilot Beat Hefti in den Trainings verletzt hatte. In Sotschi wurde ihm Alex Baumann vorgezogen. Als sein langjähriger Partner Hefti in Russland Silber gewann, war Lamparter trotz eines erfolgreichen Comebacks lediglich der Ersatz-Bremser.

An Weltmeisterschaften sind zwei Medaillen für Lamparter abgefallen; beide Auszeichnungen hat er in St. Moritz erobert. 2007 gehörte er zum Vierer-Team von Ivo Rüegg, das zu Gold raste. 2013 war er Heftis Anschieber bei dessen Silber-Fahrt. Überdies feierte Lamparter 13 Siege im Weltcup.

Jürg Eggers Rücktritt hat mit gesundheitlichen Gründen zu tun. Der 32-jährige Motorrad-Mechaniker kündigte schon vor Sotschi eine schwerere Operation an. Zu den Umständen des medizinischen Eingriffs wollte er sich jedoch in der Öffentlichkeit nie äussern. Egger war in Heftis Mannschaft meistens der Anschieber Nummer 3 gewesen. An Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften war ihm nie ein Podestplatz vergönnt. Im Weltcup durfte er über einen Sieg jubeln.

Nach den beiden Abschieden ist klar, dass Hefti zwei neue Hinterleute in sein Team aufnehmen muss, falls er auch künftig Vierer fahren will. Im Zweier wird er bis mindestens 2016 auf Alex Baumann zählen können.

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