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Patrick Küng gewinnt die Lauberhorn-Abfahrt

Die Strecke war extrem verkürzt, die Schweizer jubelten trotzdem: Patrick Küng gewinnt erstmals eine Abfahrt, und das ausgerechnet in Wengen. «Es gibt nichts Schöneres. Ich bin wirklich sehr glücklich», so der Sieger.

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Patrick Küng gewinnt die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen
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Patrick Küng gibt Siegesinterviews
Hier bereitet sich Silvan Zurbriggen auf seinen Start vor
Carlo Janka schied aus. Er musste mit nur einem Ski nach unten fahren.

Patrick Küng gewinnt die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen

Keystone

Der Tag der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen ist ein Feiertag in der Schweiz, zu Zehntausenden lassen sich die Schweizer dann mit der altehrwürdigen Zahnradbahn den Berg hinauffahren. Diesmal mussten sie erst 'mal eine Enttäuschung verkraften: Wegen äusserst starken Windes war die 4,5 Kilometer lange Strecke um 1,8 Kilometer verkürzt worden. Dies spielte am Ende aber kaum noch eine Rolle, weil Patrick Küng gewann: Ein Schweizer siegt am Lauberhorn - ein Feiertag für die Schweiz.

"Es gibt nichts Schöneres. Ich bin wirklich sehr glücklich. Wir haben drei Wengen-Sieger in der Mannschaft, ich habe mich davor erkundigt, wie es so ist. Sie haben gewitzelt und gemeint, ich gewinne heute", sagte Küng. Es war knapp: 0,06 Sekunden lag der 30-Jährige, der im Dezember beim Super-G in Beaver Creek seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert hatte, vor Hannes Reichelt aus Österreich, 0,07 Sekunden vor Aksel Lund Svindal aus Norwegen. Bester Deutscher war Josef Ferstl (Hammer) auf Rang 39.

Ranking

1. Patrick Küng (Schweiz) 1:32,66 Minuten

2. Hannes Reichelt (Österreich) 0,06 Sekunden zurück

3. Aksel Lund Svindal (Norwegen) 0,07

4. Max Franz (Österreich) 0,24

5. Bode Miller (USA) 0,35

6. Matthias Mayer (Österreich) 0,44

7. Peter Fill (Italien) 0,54

8. Romed Baumann (Österreich) 0,60

9. Johan Clarey (Frankreich) 0,62

10. Beat Feuz (Schweiz) 0,74

10. Didier Defago (Schweiz) 0,74

Der starke Wind hatte die Jury um den deutschen Renndirektor Günter Hujara veranlasst, den Start weit nach unten zu verlegen - die Schlüsselstellen Hundsschopf und Minschkante, bevölkert von Tausenden Zuschauern, fielen damit weg. "Es war schade für den Sport, aber der Wind oben war brutal. Wir müssen zufrieden sein, dass es ein Rennen gegeben hat - und ein faires Rennen", sagte Svindal im ORF. Der Norweger führt weiter den Gesamt- und den Abfahrtsweltcup an.

Durch die Verkürzung der längsten Strecke der Welt auf rund 2,7 Kilometer fehlte rund eine Minute Fahrzeit, und es ging deshalb viel knapper zu als sonst. Die Entscheidung fiel im schwierigen Ziel-S, das Küng auch augenscheinlich besser durchfuhr als etwa Reichelt. Die Österreicher müssen damit weiter auf ihren ersten Sieg in einem Speed-Rennen seit der Abfahrt im Dezember 2012 in Bormio warten. "Für einen Sieg braucht es halt auch mal Glück", sagte der knapp geschlagene Reichelt.

Für die Schweiz hatte unterhalb von Eiger, Mönch und Jungfrau zuletzt Beat Feuz im Januar 2012 gewonnen - der letzte deutsche Sieg datiert vom vergangenen Januar: Felix Neureuther gewann da den Slalom am "Männlichen", am Sonntag ist der Vize-Weltmeister erneut Anwärter auf eine Platzierung auf dem Podest. Ein Erfolg, von dem die deutschen Abfahrer weit, weit entfernt sind. Keiner wird zu Olympia fahren, auch nicht Stephan Keppler (Ebingen), der am Samstag nur Rang 54 belegte.

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