Lindsey Vonn fuhr in Lake Louise in einer eigenen Liga. Auch im Super-G deklassierte die Amerikanerin die Konkurrenz in einem Mass, welches für ihre Gegnerinnen deprimierend wirken muss. 1,32 Sekunden nahm sie der zweitplatzierten Österreicherin Tamara Tippler ab. Vonns Erfolgszahlen werden immer noch imposanter: Weltcupsieg Nummer 70, der 25. in einem Super-G und der 18. alleine in Lake Louise, wo der See in Skikreisen schon längst in "Lake Lindsey" umgetauft worden ist.

Den Schweizerinnen lief es weniger gut als erhofft. Lara Gut, in den letzten beiden Jahren jeweils Siegerin im Super-G von Lake Louise, musste sich diesmal mit Rang 7 begnügen. 1,77 Sekunden verlor sie auf die entfesselte Lindsey Vonn. Fabienne Suter, tags zuvor noch grossartige Zweite in der Abfahrt, landete gar nur auf Position 20. Und auch die zweite Suter, Corinne, sah sich nach ihrem 6. Abfahrtsrang vom Samstag im Super-G deutlich weiter hinten eingereiht. Als 22. erreichte sie aber noch immer ihr bestes Ergebnis in dieser Disziplin.

Tamara Tippler war die Überraschung des Rennens. Mit Nummer 3 legte sie eine Zeit vor, die letztlich nur von Lindsey Vonn unterboten wurde. In der Abfahrt vom Samstag hatte sie als 16. eine persönliche Bestmarke aufgestellt, die sie nun als Zweite gewaltig verbesserte. Bemerkenswert war auch die Leistung ihrer drittplatzierten Teamkollegin Cornelia Hütter, die es in Lake Louise an allen drei Tagen aufs Podium schaffte.

Mikaela Shiffrin, im Slalom ähnlich überragend wie ihre Landsfrau Lindsey Vonn im Speed-Bereich, gab ihr mit Spannung erwartetes Debüt mit den schnellen Latten. Dabei hielt sich das US-Girl nicht schlecht. Mit Nummer 32 eroberte sie sich gleich den 15. Platz.