Schlierenzauer hat in seiner Karriere fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: 53 Weltcupsiege, sechs WM-Titel, ein Team-Olympiasieg und zweimal der Titel bei der Vierschanzentournee. Seit Jahren kann der Frühzünder, der schon als Teenager Weltcup-Springen für sich entschied, seine Topleistungen aber nicht mehr abrufen. So überrascht die Nicht-Nomination des 29-Jährigen wenig.

Erst Anfang Februar war Schlierenzauer, der immer wieder von Verletzungen geplagt wurde, nach zehnwöchiger Pause in den Weltcup zurückgekehrt. Der einstige Überflieger schaffte den Turnaround aber nicht. Am Sonntag wurde er in Willingen wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert. Zuvor hatte es "Schlieri" diesen Winter bei sechs Starts lediglich zweimal in den zweiten Durchgang der besten 30 geschafft.

"Kann mir nichts vorwerfen"

"Es ist im ersten Moment schon bitter, bei einer Heim-WM in Seefeld zuschauen zu müssen", sagte Schlierenzauer, der unweit der Innsbrucker WM-Schanze im Stubaital aufgewachsen ist. "Auf der anderen Seite kann ich mir auch nichts vorwerfen. Wir haben alles versucht. Jetzt bin ich leider noch zu wenig auf meinem Leistungs-Potenzial", erklärte der Tiroler.

Ganz aufhören mit dem Sport will Schlierenzauer aber noch nicht. Er sehe sich noch "zwei bis drei Jahre im Leistungssport", betonte er.