Abgang von Hans Flatscher
Der Mann im Hintergrund tritt verdient zurück – das schmerzt

Der Cheftrainer der Schweizer Ski-Frauen Hans Flatscher tritt nach sechs erfolgreichen Jahren zurück. Er will sich nun mehr Zeit mit der Familie und seinen drei Kindern nehmen. Sportreporter Martin Probst schildert seine Meinung zum Abgang von Flatscher.

Martin Probst
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Coach Hans Flatscher umarmt Lara Gut.

Coach Hans Flatscher umarmt Lara Gut.

Keystone

Wie heisst der Trainer der Fussball-Nationalmannschaft? Viele werden es wissen. Wie heisst der Chef des Skiteams der Frauen? Da wird es schwieriger. Vladimir Petkovic ist prominent. Hans Flatscher arbeitet im Hintergrund. Das ist dem Ehemann von Sonja Nef zwar recht. Sein Anteil an den Erfolgen von Lara Gut, Wendy Holdener und Co. ist aber ebenso lobens- und erwähnenswert wie die Arbeit von Petkovic mit Xherdan Shaqiri und Co.

Flatscher hat seit seinem Amtsantritt 2012 aus einem kriselnden Techniker-Team ein Paradeprodukt geformt. Er hat Lara Gut besser ins Team integriert und so den Speed-Nachwuchs beflügelt. Unter ihm ging es in allen Bereichen aufwärts. Damit ist er sogar besser als Petkovic, der weiter von einem Viertelfinal träumt. Den Erfolg brachte Flatschers besonnene und kompromissbereit Art und die Fähigkeit trotzdem durchzugreifen, wenn es nötig war. Unter dem Österreicher gab es kaum Wechsel im Trainerteam. Diese Kontinuität war entscheidend für den Erfolg. Nun bricht ausgerechnet er freiwillig aus diesen Erfolgsstrukturen aus. Weil er mehr Zeit für die Familie will. Das hat er sich verdient. Trotzdem schmerzt sein Abgang.

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