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Bobfahrer Beat Hefti: «Ich bin gelassener geworden»

Die Vorzeichen für Bob-Weltmeisterschaften in St. Moritz stehen gut. Bob-Pilot Beat Hefti befindet sich jedenfalls in bester Form. Der Schweizer Toppilot äussert sich zu seinem Höhenflug und zur Heim-WM, die im Januar stattfinden wird.

Marco Ackermann
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Beat Hefti und seinem Team läuft es derzeit optimal.

Beat Hefti und seinem Team läuft es derzeit optimal.

Keystone

Beat Hefti, sieben Jahre lang musste der Schweizer Bobsport warten, bis am Sonntag in La Plagne durch Sie wieder einmal ein Pilot ein Weltcuprennen mit dem Vierer gewonnen hat. Wieso diese Durststrecke?

Beat Hefti: Um sich heutzutage durchzusetzen, muss es in verschiedenen Bereichen perfekt laufen. Das ist in meinem Team derzeit so. Ich habe dank den neu verpflichteten Anschiebern eine starke Vierermannschaft beisammen. Ich selber habe fahrerisch Fortschritte gemacht, habe mich immer mehr an den Viererschlitten gewöhnt. Und dank unserem Mechaniker Hansueli Schiess sind wir punkto Material auf einem Top-Level. Seine Erfahrung ist Gold wert. Dies alles hat unsere Chancen auf Erfolge erhöht. An den Olympischen Spielen von Vancouver war das Ganze vielleicht noch nicht ausgereift. Ich hatte an den Lenkseilen noch nicht die Routine eines Ivo Rüegg.

Wie angesprochen haben Sie auch harte Zeiten überstehen müssen, seit Sie Steuermann sind. Im Vierer ging es lange nicht vorwärts. Wie schwierig war das für Sie?

Es ist durchaus so, dass es Durchhaltevermögen gebraucht hat. Ich hatte mir einfach immer gesagt, dass ich irgendwann auch im Vierer vorne dabei sein kann, wenn dies im Zweier möglich ist. Ich kann auch sagen, dass ich lockerer geworden bin. Früher stand mir wohl eine gewisse Verbissenheit im Weg. Ich hatte mich darauf versteift, um jeden Preis erfolgreich zu sein. Heute gehe ich die Dinge gelassener und mit mehr Spass an. Das hat auch damit zu tun, dass ich Familienvater geworden bin und dass in meinem Team eine super Stimmung herrscht.

Für die Heimweltmeisterschaften dürfen Sie zuversichtlich sein. Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf die nächsten Wochen? Was sind Ihre kurzfristigen Ziele?

Falls es der Zustand der Bahn zulässt, werden wir am Freitag erstmals in dieser Saison in St. Moritz trainieren können. Im Vierer ist für uns wichtig, dass wir die Automatismen beim Bob-Einstieg einüben können. Dies ist in den vergangenen Wochen wegen Verletzungen zu kurz gekommen. Noch sind nicht alle Anschieber bei 100 Prozent. Am Start haben wir noch Luft nach oben. Eigentlich bin ich deswegen sogar überrascht, dass es im Vierer schon mit einem Sieg geklappt hat. Ich wäre in La Plagne auch mit einem 6. Platz zufrieden gewesen. Jetzt muss ich schauen, dass wir uns nicht aus dem Rhythmus bringen lassen. Wir müssen fähig sein, auch mal einen Rückschlag zu verkraften. Bei einem Sieg müssen wir uns genauso hinterfragen wie bei einem schlechten Resultat. Und nachdem wir uns jetzt aus einer nicht so idealen Position in die erste Startgruppe nach vorne gekämpft haben, käme es uns für die EM in Igls und die Heim-WM gelegen, wenn wir uns dort etablieren könnten.

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