Ski-WM

Ski-WM in St. Moritz: Die Bedingungen für die Abfahrten werden perfekt

Die WM-Pisten in St. Moritz

Die WM-Pisten in St. Moritz

Felix Blumer arbeitet seit 2004 für SRF Meteo. An der WM analysiert der Meteorologe für das OK die Wetterlage.

Wir behaupten, der Wetterfrosch hat zurzeit die wichtigste Funktion an den Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz.

Felix Blumer: Die wichtigste nicht, aber die Pisten und die Durchführung der Wettkämpfe sind selbverständlich abhängig vom Wetter. Dieses ist somit ein wesentlicher Teil in einem grossen Puzzle. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit dem OK und der Jury sehr wichtig.

Wetterfrosch Felix Blumer.

Wetterfrosch Felix Blumer.

Sie üben diese Funktion in St. Moritz seit vielen Jahren aus und kennen das Engadiner Wetter.

Ich kenne das Wetter schon, da haben Sie recht. Ich bin jetzt seit neun Jahren hier. In dieser Zeit haben ich alles erlebt. Der Hang ist stark exponiert. Und dadurch sehr wetteranfällig, obwohl er grundsätzlich in einer Schönwettergegend im Oberengadin liegt. Es gibt immer wieder Tage mit viel Nebel und Wind, was die Rennen zu einer Lotterie machen kann.

Gerade dieses Wochenende hatten wir eine solche Situation mit Nebel und Schnee, obwohl St. Moritz 322 Sonnentage im Jahr ausweist.

Momentan haben wir eine Störungszone, die vom Südwesten reinkommt, ein Mittelmeertief, das bis Montagmittag Schnee bringt, im Startgelände bis maximal 30 Zentimeter, im Zielgelände zwischen 5 und 10 Zentimetern. Die 322 Sonnentage stammen vom ehemaligen Tourismusdirektor Hanspeter Danuser, der, wenn irgendwo im Tal mal für zwei Minuten die Sonne durchschimmerte, dies als Sonnentag zählte. Realistischer wäre, wenn man auch im Engadin von einem Drittel ganz schönen Tagen reden würde, einem Drittel verhangenen Tagen und einem Drittel halbe-halbe.

Animierte Grafik: Die WM-Strecken in St.Moritz

Animierte Grafik: Die WM-Strecken in St.Moritz

An der Ski-WM in St. Moritz gibt es vom 6. Bis zum 19. Februar in insgesamt neun Disziplinen Medaillen zu gewinnen. Alle Strecken führen in den Zielraum, wie die animierte Grafik zeigt.

Wie siehts in den nächsten 14 Tagen aus?

14-Tage-Voraussagen sind bei dieser Wetterlage sehr heikel. Wir haben über dem Atlantik extreme Tiefdruckgebiete mit grossen Luftdruckgegensätzen. Wenn die sich nur ein bisschen anders verlagern, als man ursprünglich annahm, hat das grossen Einfluss aufs Wetter in Mitteleuropa.

Und die kurzfristige Prognose?

Bis Montagmittag haben wir Schneefall. Dann folgt eine freundlichere Periode mit dem Super-G der Frauen am Dienstag. Am Mittwoch beim Super-G der Männer erwarten wir bereits wieder die nächste Störung, die sich in den Donnerstag reinzieht. Vom Freitag bis Sonntag sollte es relativ sonnig und trocken sein, also perfekte Bedingungen für die Abfahrten.

Zumindest vor der berüchtigten Maloja-Schlange, die die WM 1974 auf den Kopf stellte, muss man keine Angst haben?

Es kann Nebel geben, aber eine Maloja-Schlange sieht man nicht. Mittlerweile nennt man jede Nebelbank hier sofort Maloja-Schlange. Man muss vorsichtig sein. Seit 1974 schleicht diese Schlange gnadenlos in allen Medienkanälen herum.

Lindsey Vonn hat sich bei Ihnen nach dem Wetter erkundigt. Bestehen für Sie Möglichkeiten, das Wetter irgendwie zu beeinflussen – allenfalls für die Schweizerinnen?

Das wäre sehr schwierig. Es müssen so viele Komponenten berücksichtigt werden. Man hat wenig Spielraum. Die Anfrage von Lindsey Vonn ist ein Gerücht. Vor vier Jahren hat sie mal mit mir diskutiert, das Bild ist immer noch im Umlauf.

Muss man Zufallsergebnisse befürchten?

Bei Skirennen ist das immer so. Bei Schönwetter bietet St. Moritz in der Regel eine faire Strecke. Aber eine Piste kann im Verlaufe des Rennens langsamer werden, wie letztes Jahr beim Weltcup-Final. Wettermässig gibt es extremere Strecken wie beispielsweise Val Gardena.

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