Eishockey

Scott Beattie ist der SCL Tigers-Trainer auf Abruf

Scott Beatties Entlassung bei den SCL Tigers ist beschlossene Sache – einzig der Zeitpunkt ist noch offen.

Scott Beatties Entlassung bei den SCL Tigers ist beschlossene Sache – einzig der Zeitpunkt ist noch offen.

Langnaus Sportchef Jörg Reber arbeitet an der Verpflichtung von Heinz Ehlers. Obwohl Beattie gestern noch an der Langnauer Bande waltete.

Die Niederlagenserie war noch nicht genug. Es brauchte zusätzlich den Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Und dieser Tropfen hatte nicht einmal etwas mit Hockey zu tun.
Vielleicht handelt es sich ja um eine Verwechslung.

Doch die Geschichte ist so verbürgt: Eigentlich wollte der Verwaltungsrat mit Scott Beattie noch etwas Geduld haben. Aber dann fuhr der Trainer der SCL Tigers angeblich mit dem Cabrio, das Verdeck heruntergelassen, die Stereoanlage aufgedreht und die Baseballmütze keck in den Nacken geschoben, durchs Dorf und an der Gartenwirtschaft des «Hirschen» vorbei.

Ein rechtschaffener Verwaltungsrat der SCL Tigers, ein Mann der Vernunft, der noch geraten hatte, den Trainer zu behalten, war so aufgebracht über diese frivole Sorglosigkeit in Zeiten allerhöchster sportlicher Not, dass er am Freitagabend auch für die Entlassung aus dem Einjahresvertrag stimmte. Der Verwaltungsrat hatte sich sogleich nach der kläglichen 2:5-Pleite gegen Biel noch im Stadion oben auf der Galerie zu einer Krisensitzung eingefunden und entschieden, den Trainer zu wechseln.

Gestern stand Scott Beattie beim Auswärtsspiel in Kloten noch an der Bande. Der Wechsel wird erst vollzogen, wenn der neue Trainer unterschrieben hat. Und das soll Heinz Ehlers sein. Sportchef Jörg Reber hat einst unter dem Dänen in Biel gespielt.

Unter Heinz Ehlers soll's mit den SCL Tigers wieder nach oben gehen.

Unter Heinz Ehlers soll's mit den SCL Tigers wieder nach oben gehen.

Er ist überzeugt, dass Ehlers der richtige Mann ist, um Ruhe in die Kabine zu bringen und ein Maximum aus der Mannschaft herauszuholen. Heinz Ehlers bestätigt: «Ja, Jörg Reber hat mich angerufen und wenn gewisse Bedingungen erfüllt werden, dann sage ich zu.»

Ehlers will Vertrag bis 2019

Diese Bedingungen sind vernünftig und klug. Ein Vertrag bis 2019. Also für den Rest der Saison plus zwei Jahre. Die Überlegung ist richtig: Nur mit einem klaren Bekenntnis zum Trainer kann Langnau seine sportliche Situation wieder stabilisieren und die Macht der Spieler einschränken.

Die Leichtigkeit, mit der die Spieler die Schuld immer dem Trainer zuschieben und dessen Entlassung provozieren konnten (vier Trainer in drei Jahren), hat Langnau sportlich ruiniert. Und mit einem klugen Vertrag, in dem die Entschädigung für eine Entlassung zu einem bestimmten Zeitpunkt bereits festgeschrieben wird, lässt sich auch das wirtschaftliche Risiko eines langfristigen Vertrages abfedern. Langnau muss auch noch mit Lausanne eine Einigung finden. Denn: Der Emmentaler Wunschtrainer steht dort noch unter Vertrag.

Was, wenn es mit Heinz Ehlers keine Einigung gibt? Jörg Reber ist gefordert. Das Recht auf einen Irrtum räumt ihm der Verwaltungsrat ein. Weiterentwicklung gibt es nur, wenn man aus den Fehlern lernt und die Chance bekommt, das Gelernte umzusetzen. Der Irrtum Scott Beattie kostet Jörg Reber nicht den Job. Aber wenn er jetzt nicht den richtigen Nachfolger findet, dann ist auch seine Zeit bei den SCL Tigers abgelaufen.

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