Schweizer EM-Gegner Türkei
Türkei-Trainer Şenol Güneş vor dem entscheidenden Spiel: «Wir werden gegen die Schweiz so spielen, dass wir gewinnen»

Die Türken sind konsterniert, nur ein Sieg hilft ihnen weiter. Es gibt Durchhalteparolen von türkischer Seite, auch wenn es nicht den Anschein macht, wirklich noch an ihre Chance zu glauben.

Christian Brägger
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Şenol Güneş (Mitte) ist seit den schwachen Auftritten als Türkei-Coach angezählt.

Şenol Güneş (Mitte) ist seit den schwachen Auftritten als Türkei-Coach angezählt.

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Die Qualifikation an die EM hatten die Türken noch mit drei Gegentoren in zehn Spielen geschafft, das gab natürlich für das Turnier einen grossen Vertrauensvorschuss. Und nun nach zwei Spielen an der EM? Null Punkte, null Tore, fünf Gegentore. «Es ist traurig, dass das so ist», sagt Çağlar Söyüncü im Vorfeld der Partie gegen die Schweiz. Söyüncü ist der junge Star der Türken, der für Leicester spielt. «Wir sind sehr enttäuscht, dass wir in dieser Situation sind. Wir haben aber noch ein Spiel und würden gerne mit drei Punkten das Turnier beenden, wenn es denn fertig sein sollte.»

Und natürlich ist auch die Kritik am türkischen Trainer Şenol Güneş gross. Nachdem er die digitale Pressekonferenz im Olympiastadion von Baku betreten hat, kommt er den Journalisten zuvor und hält eine Rede. Er erinnert damit an Vladimir Petkovics öffentlichen Brief in dieser Zeitung. Güneş sagt:

«Wir sind deutlich unter den Erwartungen geblieben. Nach dem Spiel gegen Italien hat es sich angefühlt wie das Ende der Welt. Es wäre schade, wenn wir morgen nach Hause gehen müssen. Wir wollen unser Land der Welt zeigen. Gegen die Schweiz werden wir es anders machen. Wir wollen zeigen, dass wir mithalten können.»

Güneş übernimmt die Verantwortung an den Niederlagen. Auf dem Papier seien die Türken eigentlich besser als Wales, sagt er. Und dann fehlen halt die Punkte. Wie Güneş noch dieser Niederlage nachhängt, zeigt aber auch. Irgendwie glauben die Türken nicht mehr wirklich an sich, darauf deuten auch die folgenden Sätze hin. «Wir wir sind immer noch selbstbewusst. Auch wenn uns die Negativität nach dem Italien-Spiel geschwächt hat. Damit ging der Enthusiasmus und das Selbstvertrauen verloren, wir konnten mit dem Druck nicht umgehen.»

Beide Teams müssen gewinnen

Fakt ist: Beide Mannschaften müssen am Sonntag gewinnen, um im Rennen um die Achtelfinalteilnahme dabeizubleiben. Günes sagt:

«Wir werden die Chance nützen. Wir werden gegen die Schweiz so spielen, dass wir gewinnen.»

Randbemerkung: Weil im eigenen Land zu viele Ausländer spielen, haben die Verbandsoberen und die Politik nach der Niederlage gegen Wales unmittelbar reagiert. Künftig dürfen nur noch acht Ausländer pro Team in der heimischen Liga auf dem Platz stehen, im Kader deren 14 statt wie früher 16.

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