Schweizer EM-Auftakt
Die Reaktionen nach der Enttäuschung – Sommer: «Wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen»

Nach dem 1:1 gegen Wales zeigen sich die Schweizer in Baku ziemlich enttäuscht und finden, dass sie zwei Punkte verloren haben.

Christian Brägger aus Baku
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Schwierig, Erklärungen zu finden.

Schwierig, Erklärungen zu finden.

Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone

Es ist die grosse Frage: Wie sehen die Schweizer das 1:1 gegen Wales? Darin waren sie sich nach dem Schlusspfiff in Baku im Bauch des Olympiastadions einig. Es waren zwei verlorene Punkte, das 1:1 zu wenig gemessen an Aufwand und Ertrag. Vladimir Petkovic sagte: «Wir hätten es sicher besser machen können. Uns fehlte die Effizienz.» Der Nationaltrainer konnte nicht nachvollziehen, weshalb seine Mannschaft Minuten nach der Führung durch Embolo temporär so abgebaut und sich zurückgezogen hatte.

Natürlich war das auch dem Gegner geschuldet, der mehr für das Spiel tun musste und sich nicht mehr nur aufs Verteidigen beschränken konnte. Dennoch standen am Ende 62 Prozent Ballbesitz zu Gunsten der Schweizer auf der Statistiktafel, sie verzeichneten doppelt so viele Abschlüsse (18:9) und hatten 200 Pässe mehr gespielt.

Erklärungsansätze schwierig

Und doch fanden die Schweizer für den Leistungsabbau keine Erklärung. Fabian Schär sagte: «Es ist schwierig zu erklären, wieso wir 25 Minuten so passiv waren. Gerade nach einem Tor müssen wir versuchen, das 2:0 zu erzielen.» Immerhin überwanden die Schweizer ihre Schwächephase, spätestens mit der Einwechslung von Gavranovic suchten sie nochmals den Sieg, fanden ihn aber nicht.

Fabian Schär kann sich die passive Haltung der Schweizer im zweiten Teil der zweiten Halbzeit kaum erklären.

Fabian Schär kann sich die passive Haltung der Schweizer im zweiten Teil der zweiten Halbzeit kaum erklären.

Bild: Claudio Thoma / Freshfocus

Natürlich war auf Schweizer Seite Breel Embolo die grosse Figur, und weil die Lesart des Spiels so eindeutig war, sagte auch er: «Wir müssen von zwei verlorenen Punkten reden. Dennoch war es eine gute Leistung von uns 60 bis 70 Minuten lang, aber an einer Endrunde reicht das nicht, und man wird sofort bestraft. Wir haben es nicht so schlecht gemacht, letztlich haben Kleinigkeiten gefehlt.»

Sommer hatte wenig zu tun

Für Yann Sommer war die Begegnung keine einfache, denn viel hatte er nicht zu tun. Der Goalie hatte in der 14. Minute seine beste Szene, als er Moores Kopfball mirakulös entschärfte. Danach erlebte er im Prinzip einen geruhsamen Abend. Er sagte:

«Beim Gegentreffer hatten wir eine schlechte Phase und wurden hart bestraft. Ich finde aber, wir hatten das Spiel gut im Griff. Wenn wir heute etwas effizienter sind, holen wir den Sieg. Wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen.»

Doch was bedeutet das 1:1 mit Blick auf die Gruppe A? Italien hat nun drei Punkte, dahinter kämpfen die Türken, die Waliser und die Schweizer um die Plätze an der Sonne. Für Petkovic bleibt die Ausgangslage dieselbe: «Wir wussten von Anfang an, dass es schwierig wird in der Gruppe. Wir werden jetzt zweimal auswärts spielen. Und müssen einfach besser werden.»

In Rom werden die Schweizer gegen Italien auswärts spielen, und weil die Aserbaidschaner den Türken helfen, wird im dritten Gruppenspiel in Baku Selbiges passieren. Und was sagten die Waliser nach dem 1:1? «Wir fürchten keinen Gegner.»

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