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Schöne Geste: Heinz Frei lässt Gegner den Vortritt

Heinz Frei liess dem Landsmann des verstorbenen Manfred Putz den Vortritt.

Heinz Frei liess dem Landsmann des verstorbenen Manfred Putz den Vortritt.

Lokalfavorit und OK-Vizepräsident Heinz Frei fährt in Oensingen auf Rang zwei. Dem Sieger Walter Ablinger aus Österreich verhilft er zu einem speziellen Tag.

«Durch meine Vorleistung mit dem Sieg am Vortag im Zeitfahren in Recherswil habe ich gewusst, dass der Fokus auf mich gerichtet sein wird», wusste der 57-jährige Frei vor dem Rennen. Dies veranlasste den Etziker, eine aktive Rolle zu übernehmen. «Als Ältester in der Spitzengruppe konnte ich agieren und musste nicht reagieren. Dadurch war ich massgeblich daran beteiligt, dass am Schluss nur eine Dreiergruppe um den Sieg sprinten konnte», befand Frei.

Oensingen ist fast nur im Endspurt zu gewinnen, weil die Strecke sehr flach und nicht selektiv ist. «Deshalb muss man viel arbeiten, um eine Vorselektion zu bewirken», erklärte Frei nach 70 Kilometern. Den Sieg gönnte der Solothurner Walter Ablinger aus einem anderen Grund: «Ich hätte ihn grundsätzlich abfangen können. Weil sein Landsmann Manfred Putz vor zwei Tagen auf einem unbewachten Bahnübergang während einer Trainingsfahrt tödlich verunglückte, habe ich mich nicht gewehrt, damit er diesen speziellen Tag im Gedenken an seinen Freund erleben durfte.»

Dieser zweite Rang ist für Frei Gradmesser auf die WM vom 28. Juli bis 2. August in Nottwil. «Mit Jean-Marc Berset als Drittem und Lukas Weber im Hinterhalt haben wir uns zu Mitfavoriten gestempelt», sagte der Solothurner. Mit dem Greyerzer, eine Sekunde und vier Hundertstel hinter dem Sieger, und dem fünftplatzierten Zürcher gebe es nun gewisse taktische Möglichkeiten, die ausgenützt werden sollten.

Lisa Schulthis auf Rang drei

Mitverantwortlich, dass er seine Karriere nach den Paralympics 2012 in London und 15 Goldmedaillen um drei Jahre verlängerte, ist diese erste WM auf heimischem Boden im doppelten Sinn. «Es ist mental speziell, weil ich in Nottwil auch arbeite», sagte Frei. Dieses Unterfangen will er mit einer gewissen Gelassenheit angehen, sei es doch nicht seine Aufgabe, gewinnen zu müssen. «Ich darf gewinnen, und dies macht es für mich spielerisch», so der Wasserämter. «Vielleicht wird diese Einstellung zum Erfolgsgeheimnis: weil ich mir nicht zu viel Druck mache», sagte der Routinier zudem.

Bei den Frauen holte die Langendörferin Lisa Schulthis den dritten Platz. «Das erste Mal startete ich über 14 Kilometer. Ich bin zufrieden, weil ich nicht wusste, wie es geht und ob ich es schaffe mit den zwei Steigungen auf dieser abwechslungsreichen Strecke – es machte Spass», strahlte die 19-Jährige. Im Gäu gingen 128 Athletinnen und Athleten in 31 Kategorien aus 24 Ländern aller fünf Kontinente an den Start.

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