Basel Head
Die Ruderer erobern wieder den Rhein

Das Basel Head mit dem Sprint du Rois und den klassischen Frauen- und Männer-Rennen ist nach einem Jahr Pause zurück.

Riccardo Ferraro
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Am kommenden Samstag können die Zuschauer am Rhein vor toller Kulisse Weltklasse-Ruderer beim Wettkampf beobachten.

Am kommenden Samstag können die Zuschauer am Rhein vor toller Kulisse Weltklasse-Ruderer beim Wettkampf beobachten.

Archivbild: Kenneth Nars

Der kalte November ist nicht gerade für Wassersportaktivitäten prädestiniert. Zumindest nicht im Wasser. Aber auf dem Wasser des Rheins findet am Samstag die elfte Ausgabe der Basel Head Ruderregatta statt. Sie ist die grösste Achterregatta im deutschsprachigen Raum und Bestandteil des Presidents-Cup von Swiss Rowing. Nach der Jubiläumsausgabe im Jahr 2019 und einer pandemiebedingten Pause im letzten Jahr ist das internationale Ruderevent wieder zurück in Basel.

Gefahren wird sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen in Achterbooten in den Kategorien Elite, U19 und Masters. Wobei bei der Kategorie Masters das jüngste Teammitglied auf dem Boot nicht jünger als 28 Jahre alt sein darf. Unter anderen startet hier ein Team mit einem Altersdurchschnitt von 60 Jahren.

Es finden zwei Wettbewerbe statt. Ein kurzer Sprint über 300 Meter – der Sprint des Rois – und das klassische Rennen. Zweiteres ist ein Wettkampf über 6,4 Kilometer und führt die Boote unter drei Brücken durch die Innenstadt Basels. Erschwerend kommt die 180-Grad-Wende zur Halbzeit zwischen Schwarzwaldbrücke und Kraftwerk hinzu. Eine solche wird bei anderen Regatten nicht gefahren.

In diesem Jahr haben sich 155 Boote angemeldet. Neben Teams aus der ganzen Schweiz, internationalen Topteams und verschiedenen Nationalteams starten in den verschiedenen Disziplinen auch regionale Teams. Es sind dies Teams des Ruderklub Blauweiss Basel und des Basler Ruderklubs. Ausserdem sind auch zwei aus europäischen Spitzenruderern zusammen gesetzte Teams, die Great 8, mit dabei. Es wird spannend zu sehen, wie sich die regionalen Teams gegen die Spitzenteams schlagen.

Streckenanpassungen erhöhen die Spannung

Um die Rennen noch spannender zu gestalten und die Ruderer zu fordern, wurden auf dieses Jahr hin, kleine Veränderungen an der Rennstrecke vorgenommen. Dies betrifft vor allem das Sprintrennen. Die Strecke wurde um 50 Meter gekürzt und ist de facto nun nur noch 300 Meter lang. Sie führt von der Mittleren Brücke bis zur Klingentalfähre. So kann die Zeitmessung, welche bei der Mittleren Brücke von oben durchgeführt wird, genauer und besser ausgerichtet werden.

Zusätzlich starten in diesem Jahr im Sprint immer zwei Bote gleichzeitig gegeneinander. Dies verspricht ein noch grösseres Rennfeeling als bisher. Mit Spannung erwartet werden hier die Duelle des Deutschlandachters gegen den Hollandachter bei den Herren und des norwegischen Achters und ASR Nereus aus den Niederlanden bei den Damen.

Beim klassischen Rennen gab es keine Veränderungen. Das Verfolgungsrennen ist aufgrund des fliessenden Gewässers – an den Olympischen Spielen beispielsweise wird auf einem See gerudert – und der 180-Grad-Wende anspruchsvoll genug. Die Strecke führt hier von der Klingentalfähre zur Wende am Kraftwerk und wieder zurück. Der Streckenrekord liegt bei 18 Minuten 41 Sekunden. Dieser wird aufgrund der nicht ganz so starken Strömung dieses Jahr wohl nicht in Gefahr sein.

Untypisch hohe Preisgelder

Einen klaren Favoriten zu krönen, ist beim starken Teilnehmerfeld sehr schwierig. Für die Schweizer Teams wird es vor allem in den Juniorenrennen möglich sein, ein gutes Resultat zu holen. So gelten bei den Männern der Seeklub Zürich und der Basler Ruderklub als Favoriten. Bei den Frauen sind es die RGM Innerschweiz und der Seeklub Zug.

Neben Ruhm und Ehre können die Teams an dieser Regatta auch untypisch hohe Preisgelder gewinnen. Ein Sieg in der Elitekategorie ist 5'000 Franken wert, in der U19 2'500 Franken und bei den Masters 500 Franken. Beim Sprint du Rois haben sich auch die Preise geändert. Konnten die Siegerteams früher in der folgenden Austragung im Hotel Trois Rois übernachten, gewinnen sie dieses Mal komplette Riemen aus Karbon. Möglich macht das Event und die Preisgelder unter anderem eine Genfer Privatbank, welche sich gerne und oft im Wassersport engagiert.

Um nichts von diesem Rennen zu verpassen, bieten die Veranstalter für alle Interessierten, die nicht Live dabei sind, einen Livestream und ein Live-Tracking an. Der November ist also doch ein Wassersportmonat. Zumindest wird er das für einen Tag sein, wenn die Ruderer in ihren heissen Duellen über den Rhein gleiten.

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