Champions League
Ronaldo führt Real Madrid zum historischen Sieg

Mit einem 4:1-Sieg gegen Juventus verteidigt Real Madrid als erstes Team erfolgreich die Champions League.

Cai-Simon Preuten und Jonas Schneeberger
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So sehen Sieger aus: Real Madrid kommt im Champions-League-Final gegen Juventus zu einem verdienten 4:1-Sieg. Keystone

So sehen Sieger aus: Real Madrid kommt im Champions-League-Final gegen Juventus zu einem verdienten 4:1-Sieg. Keystone

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Alle stürzten sich am Ende eines historischen Abends auf den unwiderstehlichen Cristiano Ronaldo – aber Toni Kroos dachte auch an die Verlierer. Inmitten des ekstatischen Jubels von Real Madrid über den erneuten Champions-League-Triumph ging der deutsche Weltmeister seelenruhig zur Mittellinie und nahm Sami Khedira tröstend in den Arm. Erst danach lief er mit den anderen Weltstars zur tosenden Real-Kurve, mit seinem Sohn Leon an der Hand.

«Den Titel einmal zu gewinnen, ist unglaublich. Ihn dann erfolgreich zu verteidigen, ist der schlichte Wahnsinn», sagte Kroos. Er schwärmte vom «unfassbaren» Ronaldo, der mit Superlativen um sich warf: «Es war spektakulär, unglaublich! Einfach fantastisch. Grandios.»

Champions-League-Final
27 Bilder
Real gewinnt gegen die Juve die Champions League: Gigi Buffon wird wohl die Karriere ohne einen Champions-League-Titel beenden müssen.
Real gewinnt gegen die Juve die Champions League.
Real gewinnt gegen die Juve die Champions League.
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Der Final-Fluch bleibt bestehen.
Real Madrid verteidigt den Champions-League-Titel.
Schoss das Tor zum 4:1-Endresultat: Marco Asensio (m.)
Enttäuschte Gesichter bei Juventus.
Erzielt zwei Tore im Final gegen Juve: Cristiano Ronaldo:

Champions-League-Final

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Erfolgreiche Titelverteidigung

Der Fluch des Titelverteidigers ist endlich gebannt. Der spanische Meister besiegte Juventus Turin in Cardiff am Ende in Weltklasse-Manier mit 4:1 (1:1) – nie zuvor hatte eine Mannschaft zweimal nacheinander die Königsklasse gewonnen.

Ein Doppelschlag innert dreier Minuten entschied die Partie nach einer Stunde, und einmal mehr konnte sich Real Madrid in einem Schlüsselspiel auf Cristiano Ronaldo verlassen. Der Portugiese erzielte zwei der drei ersten Tore für die Spanier und entschied die Partie damit mit. Es waren seine Champions-League-Treffer 11 und 12 der Saison.

Das wichtige 2:1 gelang mit Casemiro einem, der beim Weissen Ballett ansonsten eher für das Grobe zuständig ist: Der 25-jährige Mittelfeldspieler, mit vollem Namen Carlos Henrique José Francisco Venancio Casimiro, war nach einer Stunde mit einem von Sami Khedira abgelenkten Weitschuss erfolgreich, drei Minuten bevor Ronaldo die Partie mit dem 3:1 vorentschied. Marco Asensio, kurz zuvor eingewechselt, setzte in der 90. Minute den Schlusspunkt. Für Juventus hatte Mario Mandzukic nach einer knappen halben Stunde zwischenzeitlich ausgeglichen.

Für Real ist es der zwölfte Triumph im bedeutendsten europäischen Wettbewerb. Der spanische Rekordmeister führt die Siegerliste damit klar vor Milan (7), dem FC Barcelona, Bayern München, Liverpool und Ajax Amsterdam an (je 5). Drei der zwölf Titel holte Real in den letzten vier Jahren; zweimal in Folge triumphierte zuletzt die AC Milan 1989 und 1990, damals noch im «Meistercup».

Wende nach der Pause

37 Seiten hatte die «Gazzetta dello Sport» dem Final in ihrer Samstagsausgabe gewidmet, alle erdenklichen Themen aufgegriffen, natürlich auch über Gianluigi Buffon geschrieben, der mit 39 Jahren nun auch seinen dritten und womöglich letzten Champions-League-Final nach 2003 und 2015 verlor. Sie wog Reals Schnelligkeit mit Juves taktischem Geschick auf, suchte nach Nuancen, die für Juventus oder für Real sprechen. «Juventus gegen Real ist Ali gegen Foreman, Borg gegen McEnroe - das Derby der Welt», schrieb die Zeitung.

Tatsächlich lieferten sich die beiden Mannschaften vor 66 000 Zuschauern unter dem verschlossenen Dach in Cardiffs Millennium-Stadion zunächst ein hochstehendes Duell. Juventus begann klar besser, scheiterte aber zunächst mitunter an einer starken Parade von Reals nicht über alle Zweifel erhabenen Keeper Keylor Navas nach einem Weitschuss von Miralem Pjanic (7. Minute) und verlor in der zweiten Halbzeit urplötzlich den Faden. Waren die Italiener in den ersten 45 Minuten die überlegene Mannschaft mit den besseren Torchancen, trat Real nach der Pause auf einmal dominant auf.

Wieder eine Finalniederlage

Am Ende resultierte ein nicht unverdientes 1:4 und reichlich Stoff für die Gazzetta für eine Aufarbeitung einer weiteren Finalniederlage, der fünften in Folge in der Champions League und der siebten im neunten Meistercup-Final. Italiens Meister und Cupsieger verpasste das Triple, Gigi Buffon den Rekord, zum ältesten Champions zu avancieren. Auf der Gegenseite bejubelte Cristiano Ronaldo seinen vierten Champions-League-Sieg.

Den ersten Knick, das 0:1 von Real mit dem ersten Torschuss, hatte Juventus noch innert sieben Minuten weggesteckt. Mario Mandzukic glich in der 27. Minute auf akrobatische Weise aus. Mit dem Rücken zum Tor schoss er volley aus der Drehung, der Ball segelte über Navas hinweg ins lange Eck. Davor hatte Cristiano Ronaldo, klar, er, nach einem Doppelpass mit Dani Carvajal getroffen, Leonardo Bonucci die Direktabnahme noch leicht abgelenkt. Es war Reals 500. Champions-League-Tor, zum dritten Mal traf Ronaldo in einem Final.

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