Tennis
Roger Federer muss mit einer ungewohnten Situation klarkommen

Nach seiner Verletzung am Meniskus fehlt Roger Federer and den Turnier in Rotterdam und Dubai. Die Verletzung ist für Roger Federer eine neue Erfahrung, bisher blieb er in seiner Karriere davon verschont.

Michael Wehrle
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Roger Federer muss sich gedulden.

Roger Federer muss sich gedulden.

KEYSTONE

Ganz speziell hatte Roger Federer seine Saison geplant. Wegen der Olympischen Spiele in Rio im August wollte er einen neuen Weg gehen, fast die komplette Sandsaison – bis auf das French Open in Paris – sausen lassen. Nun muss er wegen seiner Meniskusverletzung über die Bücher.

«Wir haben das zusammen angeschaut», sagt sein Coach Severin Lüthi, «und dabei verschiedene Überlegungen angestellt.» Doch noch sei es viel zu früh, konkrete Ideen auf den Tisch zu legen. Zunächst müssten sie einmal abwarten, wie der Heilungsprozess verlaufe.

Nicht dabei in Rotterdam und Dubai

Klar ist, dass Federer zwei geplante Turniere verpasst. Nächste Woche wollte er in Rotterdam starten, dann in seiner zweiten Heimat Dubai. Noch offen ist, ob er am 10. März in Indian Wells schon wieder fit ist. «Wir werden sicher nichts überstürzen», sagt Lüthi. Es bringe niemanden etwas, wenn Federer zu früh wieder einsteige.

«Natürlich ist eine Verletzung nie ideal, aber wenn es schon sein muss, dann ist der jetzige Zeitpunkt nicht besonders schlimm», sagt Lüthi. Bis zu den nächsten Grand-Slam-Turnieren bleibe Zeit genug. Paris steht Ende Mai auf dem Programm. Kommt dazu, dass Federer diesem Turnier keine Priorität einräumt. Spielen will er dort aber schon, er möchte seinen eigenen Rekord auf 66 Grand-Slam-Turniere in Folge ausbauen. Und danach kann er sich wohl wie geplant in Stuttgart und Halle auf Rasen auf sein Lieblingsturnier Wimbledon vorbereiten.

Möglich ist nun, dass Federer statt in der kalifornischen Wüste in Indian Wells das zweite grosse Turnier in den USA in Miami bestreitet. Das beginnt zwei Wochen später und stand bisher nicht auf dem Plan. «Das ist durchaus eine Möglichkeit», sagt Lüthi, «darüber haben wir schon gesprochen.» Und möglicherweise spiele der Basler dann doch noch ein oder zwei Sandturniere mehr als vorgesehen. Zur Auswahl hat er die drei grossen, ATP-Masters-1000 in Monte Carlo, Madrid oder Rom. Er könnte sich aber auch bei einem der kleinen Sandturniere, wie Istanbul, Spielpraxis holen.

Wenig Verletzungen bisher

«Jetzt schauen wir aber erst einmal, wie Roger überhaupt mit der Verletzung und der Pause klarkommt», sagt Lüthi. Denn damit hat Federer nur wenig Erfahrung. Zwar zwickte ihn immer mal wieder der Rücken und 2008 litt er unter dem pfeifferschen Drüsenfieber, das wars aber auch schon punkto Verletzungen in der Karriere des 34-Jährigen.

Roger Federer twittert seine Verletzungshistorie

Roger Federer twittert seine Verletzungshistorie

Screenshot/Twitter

Einzig 2004 und 2005 verpasste er ausgerechnet sein Heimturnier Basel wegen Verletzungen. 2004 stoppte ihn ein Muskelfaserriss, 2005 war er im Training auf einen Ball getreten, umgeknickt und hatte einen Bänderriss erlitten. «Wir dürfen es nach dem Comeback nicht übertreiben», sagt Lüthi. Es gebe Spieler, die seien nach der Rückkehr super drauf, spielten dann drei Turniere in Folge und seien anschliessend ausgebrannt.

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