ATP Miami
Roger Federer: «Ich wünschte, ich wäre nochmal 24»

Dass er nicht mehr jedes Turnier bestreiten kann, schmerzt Roger Federer besonders. Doch der Erfolg gibt ihm Recht. Er steht in Miami bereits in den Achtelfinals.

Simon Häring
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Roger Federer steht in Miami in den Achtelfinals.

Roger Federer steht in Miami in den Achtelfinals.

Keystone

Nach über einem halben Jahr Pause gelingt Roger Federer mit den Turniersiegen bei den Australian Open und in Indian Wells der beste Saisonstart seit elf Jahren. Eine Überraschung, selbst für den Rekordjäger, der im Jahresranking klar führt und leise davon träumt, doch noch einmal die Nummer 1 der Welt zu werden. Im Alter von 35 Jahren und sieben Monaten.

Das erklärt auch, dass es für den Baselbieter nie ein Thema war, auf das Masters-1000-Turnier in Miami zu verzichten. 2013 und 2015 hatte er dort freiwillig auf einen Start verzichtet, im letzten Jahr platzte ein Comeback-Versuch, weil Federer sich auf dem Flug einen Magen-Darm-Virus eingefangen hatte. 2017 spielt er erstmals seit drei Jahren wieder in Florida.

Körper und Familie beschränken Federer

Es sind Erfahrungen, die ihn vorsichtig gemacht haben. «Ich muss bei meiner Planung cleverer sein als früher. Leider kann ich nicht alles machen. Ich kann nicht den Davis Cup jagen, um Grand-Slam-Titel spielen und alle Masters-1000-Turniere. Ich wünschte, ich wäre nochmal 24. Aber ich muss solche Entscheidungen treffen. Für mich als Spieler und für meine Familie.»

Nach dem fünften Sieg in Indian Wells stand die Erholung im Vordergrund. Dazu gehörte auch ein Strandausflug mit seinen Kindern. «Ich habe wenig trainiert, aber dafür mit Qualität», sagt Federer. Dass er genügend Matches bestreite, empfindet er trotzdem als elementar. «Du verlierst das Gefühl, wie du bei Breakbällen spielen musst. Oder die Schulter wird rostig.»

Bautista Agut ist angeschlagen

Es schmerze, dass er nicht mehr so viele Turniere bestreiten könne wie in der Vergangenheit. «Aber für mich ist das mehr denn je der Schlüssel, zum Wohl meiner Gesundheit. Aber ich komme darüber hinweg, weil es aus gutem Grund geschieht», sagt Federer, der im Gegensatz zu einem Rafael Nadal oder Stan Wawrinka noch nie zu den Vielspielern gehörte.

Dass sich seine Pause derart positiv ausgewirkt habe, überrascht Federer noch immer. «Ich kann es nicht glauben», sagt Federer, während seine langjährigen Rivalen Novak Djokovic und Andy Murray Verletzungen auskurieren. Federer trifft in den Achtelfinals auf den Spanier Roberto Bautista Agut (28, ATP 18). Ein Vielspieler. Und gesundheitlich angeschlagen.

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