Olympische Spiele
Rios Turmspring-Pool wird grüner und grüner – und keiner weiss warum

Der Turmspring-Pool an den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro hat sich plötzlich grün gefärbt. Die Experten stehen vor einem Rätsel. Was ist bloss passiert?

Corsin Manser, watson.ch
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Olympische Spiele: Der grüne Turmspring-Pool von Rio
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Was ist bloss passiert?
Besteht Gefahr für die Athleten?
Ab ins grüne Wasser!

Olympische Spiele: Der grüne Turmspring-Pool von Rio

Keystone

Es ist der Albtraum eines jeden Urlaubers. Seit Monaten freut man sich auf die Pool-Anlage in Mallorca, Rimini oder wo auch immer. Im Prospekt glitzert das kühle Nass durchsichtig blau und die Pool-Bar lockt mit selbstgemachten Caipirinhas.

Doch dann der Schock: Die vermeintliche Oase gleicht einer Kloake. Der Schwimmbecken-Reiniger war vermutlich zum letzten Mal vor Ort, als wir Pokémon noch auf dem Gameboy spielten und Roger Federer noch Grand-Slams gewann.

Ähnlich durften sich gestern auch die Turmspringerinnen gefühlt haben, die in Rio im Kampf um Edelmetall ins Wasser wirbelten. Die schlechte Wasserqualität in den Seen und im Meer rund um die brasilianische Millionenmetropole dürfte zwar keinen mehr überraschen, doch dass nun auch ein Chlorbecken im sonderbaren Gift-Grün daher kommt, ist allemal bemerkenswert.

«Ähm, was ist denn da passiert?»

Pünktlich zum Synchronspringen der Frauen vom Zehnmeter-Turm wechselte das Schwimmbecken seine Farbe von blau auf grün und sorgte unter den Zuschauern für und Athleten Verwunderung. Tags zuvor hatte der selbe Pool nämlich noch ganz normal ausgesehen. Der britische Turmspringer Tom Daley, der im selben Gewässer Bronze gewann, twitterte: «Ähmmm, was ist denn da passiert?»

Während der Turmspring-Pool ziemlich ungesund aussah, konnte die Wasserpolo-Spielstätte von nebenan seine Ferienprospekt-Bläue behalten.

Wer nun dachte, dass es für die Verfärbung sicher eine einfache Erklärung gäbe, der irrte sich. Die Verantwortlichen gaben in einem kurzen Statement lediglich zu Protokoll, dass die Wasserqualität während des Wettkampfs den Standards entsprochen habe. «Für die Gesundheit der Sportler bestand nie Gefahr.»

Meaghan Benfeito und Roseline Filion, die Bronze holten, sahen das freilich etwas anders: «Beim Eintauchen hielten wir immer den Mund geschlossen, man weiss ja nie.» Hoffen wir, dass wenigstens die Caipirinhas an der Medaillen-Feier so schmeckten, wie angepriesen.

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