Mountainbike
Podest verpasst: Zu leichte Strecke für Linda Indergand

An der Mountainbike-Europameisterschaften in Novi Sad klassieren sich alle Urner unter den besten Zehn.

Josef Mulle aus Novi Sad
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Linda Indergand hat Durst: Die Hitze verlangt an dieser EM alles ab.

Linda Indergand hat Durst: Die Hitze verlangt an dieser EM alles ab.

Es waren ganz spezielle Verhältnisse rund um die Festungsanlage Petrovaradin hoch über der serbischen Stadt Novi Sad, Austragungsort der diesjährigen Europameisterschaft im Cross-Country Rennen. Die Athleten erwartete ein extrem schneller, und ebenso staubiger Kurs, dazu herrschte eine brütende Hitze, die auch der leichte Wind von der Donau her nicht zu dämmen vermochte. Der durch viele enge Kurven durchsetzte Parcours, dazu die vielen Stiegen die als Abfahrten gemeistert werden mussten, stellten grosses Herausforderungen an Mensch und Material.

Die Schweizer starteten im Team Relay vom Freitag ausgezeichnet und eroberten in der Besetzung Vital Albin, Alessandra Keller, Lea Huber, und Schlussfahrer Alexandre Balmer die Silbermedaille. Gold holten sich Joel Roth (U23) und Lars Forster, der überraschend das Feld der Elite meisterte. Die ausgezeichnete Mannschaftsleistung der Eidgenossen unterstrich Filippo Colombo mit der Bronzemedaille bei den Eliten.

Hervorragend in Szene setzten sich auch die Urner, ohne aber einen eigentlichen Exploit zu landen. Im Feld der Frauen wurde Linda Indergand, als Bronzemedaillengewinnerin der kürzlich zu Ende gegangenen Olympia, als eine der Favoritinnen vorgestellt. Die Urnerin zeigte sich denn auch in den ersten Runden des Rennens stets an der Spitze des Feldes, und präsentierte im Trikot der Schweizer Nationalmannschaft ihre schon länger anhaltende ausgezeichnete Form. Doch die an Olympia kläglich gescheiterte Französin Pauline Ferrand Prevot wollte Revanche und drückte ab Rennhälfte brutal aufs Tempo. Diesem Effort hatte die Gegnerschaft nichts entgegenzusetzen, so dass sich die amtierende Weltmeisterin den Titel mit einem Vorsprung von über einer Minute sicherte. Indergand ihrerseits fuhr in der Hitze von Serbien ein konstantes Rennen, das sie als beste Schweizerin auf dem 5. Platz beendete.

«Es wäre übertrieben zu sagen, dass ich mich in den extrem schnellen, aber ohne jegliche technische Schwierigkeiten ausgestatteten Kurs verliebt hätte»,

meinte Indergand mit einem Schmunzeln nach der Zieldurchfahrt. Zudem waren die grosse Hitze und die starke Staubentwicklung die allen Athleten enorm zu schaffen machten, eine zusätzliche Herausforderung.

Reto Indergand kommt wieder in Fahrt

Ein ausgezeichneter Wettkampf gelang auch Reto Indergand im Feld der Elite. Der Urner kommt nach der etwas verpatzten letztjährigen Saison immer besser in Fahrt, und kann bei besseren Startpositionen jederzeit wieder mit den Besten mithalten. «Mit dieser Top-10-Klassierung bin ich eigentlich zufrieden, obwohl mit einem besseren Startplatz diesmal sogar mehr drin gelegen wäre», so die Analyse seines Auftritts in Serbien den er auf dem 9. Rang beendet hatte. In der Weltspitze der U23-Fahrer etabliert hat sich mittlerweile Fabio Püntener, der dritte im Einsatz stehende Urner. Püntener befand sich während des gesamten Rennens in der Spitzengruppe, mit dem Handicap, dass vier Schweizer in der 9-köpfigen Spitze vertreten waren.Püntener beendete das Rennen auf dem achten Rang und war somit viertbester Schweizer.

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