Die Urnerin Alessia Nager muss im Biathlon noch öfter ins Schwarze treffen

Die Urschnerin Alessia Nager gehört zu den viel versprechenden Biathlon-Talenten der Schweiz. Für diesen Winter hat sie sich hohe Ziele gesetzt, auch wenn sie sich am Schiessstand noch schwer tut.

Urs Hanhart
Merken
Drucken
Teilen
Alessia Nager auf dem Weg zu Rang 2 in der U18-Kategorie. (Bild: Urs Hanhart (Unterschächen, 16. Dezember 2018)

Alessia Nager auf dem Weg zu Rang 2 in der U18-Kategorie. (Bild: Urs Hanhart (Unterschächen, 16. Dezember 2018)

Beim Weihnachtslanglauf, der am Sonntag bei leicht regnerischem Wetter, aber dennoch guten Loipenbedingungen auf der Standardstrecke in Unterschächen ausgetragen wurde, waren auch einige Biathleten am Start. Sie nutzten die 41. Auflage dieses traditionsreichen Wettkampfs zur Überprüfung ihrer läuferischen Verfassung. Zu diesen «Fremdgängern», die für einmal ohne Gewehr auf dem Rücken unterwegs waren, gehörte auch Alessia Nager vom SC Gotthard-Andermatt. Die 16-jährige Urschnerin belegte in der U18-Kategrorie über eine Distanz von 7,5 Kilometern mit 1:17 Minuten Rückstand auf Kategoriensiegerin Lorena Wallimann (SC Schwendi-Langis) den zweiten Platz. Im Overall-Klassement der Frauen erkämpfte sie sich 1:39 Minuten hinter Tagessiegerin Elena Häfliger (SC Schwendi-Langis) den siebten Platz.

Biathlon-Einsätze auf internationalem Parkett

Mit ihrer Leistung zeigte sich Nager nur bedingt zufrieden. Nach dem Rennen analysierte sie selbstkritisch: «Zu Beginn ist es mir eigentlich gut gelaufen. Auf dem zweiten Teil der Strecke bin ich dann allerdings aufgrund der strengen Bedingungen ein wenig eingebrochen. Das war nicht optimal. Insgesamt bin ich aber mit meiner aktuellen Laufform ganz zufrieden.» Den Ausflug ins Lager der Langlaufspezialistinnen unternahm die talentierte Urnerin deshalb, weil es am vergangenen Wochenende keine Startmöglichkeit in ihrer Paradedisziplin gab. Obwohl die Saison erst angelaufen ist, hat Nager heuer bereits mehrere Biathlon-Wettkämpfe absolviert, zum Teil sogar auf internationalem Parkett. Ihr Zwischenfazit: «Läuferisch war ich jeweils gut im Strumpf. Aber bei den Schiesseinlagen habe ich zu viele Scheiben verfehlt. Momentan arbeite ich hart daran, meine Schiessleistungen zu verbessern.»

Bei den Auftaktveranstaltungen zum Leonteq-Biathlon-Cup in Realp landete die Gymnasiastin in den beiden Sprintrennen mit fünf beziehungsweise drei Fehlschüssen auf den Positionen fünf und sechs. Auch bei ihren Alpencup-Einsätzen in Obertilliach (AUT), wo sie ebenfalls zwei Sprintwettkämpfe bestritt und auf den Positionen 16 und 25 unter rund 50 Gestarteten beendete, lief es Nager am Stand keineswegs optimal. Einmal liess sie drei und beim zweiten Einsatz gar vier Scheiben stehen.

Der Sprung in den Weltcup ist ihr Fernziel

Nager hat trotz ihres jugendlichen Alters bereits viel Biathlon-Erfahrung vorzuweisen. Bereits als Achtjährige stieg sie in diese anspruchsvolle Sportart ein. Ihre Begründung, weshalb sie sich für diese Disziplin entschieden hat, klingt einleuchtend: «Biathlon ist dank der Kombination von Laufen und Schiessen überaus spannend. Bis zum letzten Schuss ist noch nichts entschieden und die Rennsituation kann sich innert kurzer Zeit wieder völlig verändern. Das macht diese Sportart ungemein faszinierend und herausfordernd.» Mittlerweile betreibt Nager ihren Sport schon fast halbprofessionell. Pro Woche investiert sie acht bis zu 15 Stunden ins Training. Möglich ist dies, weil sie die Sport-Mittelschule in Engelberg besucht. Nach der Matura möchte sie gerne ein Sportstudium aufnehmen.

Für diesen Winter hat sich Nager, die dem Biathlon-Kader des ZSSV angehört, viel vorgenommen. Zu ihren Saisonzielen verriet sie: «Im Alpencup möchte ich in die Top 10 laufen. Mein Hauptfokus gilt aber den Schweizer Meisterschaften, die diesmal in Notschrei durchgeführt wird. Dort will ich möglichst weit vorne mitmischen.» Zudem strebt sie eine Teilnahme am European Youth Olympic Festival (EYOF) in der ehemaligen Olympiastadt Sarajevo an. Allerdings muss sie sich dafür erst noch qualifizieren, was angesichts der starken inländischen Konkurrenz nicht einfach werden dürfte. Nagers Fernziel ist der Sprung in den Weltcupzirkus.

Der Ibächler Nico Näf holt den Tagessieg in Unterschächen

Eine Woche nach seinem zweiten Platz hinter dem Nidwaldner Andrin Näpflin holte sich der Ibächler Nico Näf in überlegener Manier den Tagessieg beim Weihnachtslanglauf. Er verwies den grossen Routinier Bruno Joller (SC Bannalp-Wolfenschiessen) mit 37 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Als bester Urner landete Lokalmatador Markus Schuler an sechster Stelle der Gesamtwertung. Damit manövrierte sich der 24-jährige Unterschächner in die Favoritenposition für die am Dreikönigstag ebenfalls im Schächental stattfindenden USV-Titelkämpfe. (urh)

Hinweis

Weitere Infos und Resultate unter: www.sc-unterschächen.ch