Handball
Nun sorgt Jana Flückiger im Handball für Musik

Malters ärgert den Leader aus Muotathal, verliert aber mit 29:31. Das ändert nichts an den grossen Zielen von Shooterin Jana Flückiger.

Stephan Santschi
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Vom Rohdiamanten zur Leistungsträgerin: Jana Flückiger (Mitte).

Vom Rohdiamanten zur Leistungsträgerin: Jana Flückiger (Mitte).

Bild: Patrick Hürlimann (Malters, 13. November 2021)

Das Fest war angerichtet. Dank dem traditionellen Rückblick auf das Juniorenlager war die Oberei-Halle in Malters gut gefüllt und bot dem Heimspiel gegen den souveränen Tabellenführer einen würdigen Rahmen. Viel hat dabei nicht gefehlt und der Gast aus Muotathal hätte erstmals in dieser 1.-Liga-Saison Federn lassen müssen. Malters bewegte sich mit dem Favoriten auf Augenhöhe und hätte am Ende einen Punkt verdient gehabt. Im letzten Angriff verpassten die Luzernerinnen aber den Ausgleich. So behielt die SG Muotathal/Mythen-Shooters auch im siebten Spiel die Oberhand, diesmal mit 31:29.

«Wir haben stark gekämpft und unsere Chancen verwertet. Wir zeigten einen guten Match, es war sehr knapp», bedauerte Jana Flückiger. Die linke Rückraumspielerin des HC Malters hatte Schwerstarbeit zu verrichten, spielte aufgrund der dünnen Personaldecke 60 Minuten durch und war nicht ganz zufrieden mit sich:

«Ich erzielte meine Tore, doch so richtig habe ich mich nicht getraut.»

Eine Aussage, welche den Status und die Entwicklung von Jana Flückiger gut repräsentiert. Die 20-Jährige zählt in Malters zu den Leistungsträgerinnen und ist mit 52 Treffern die teaminterne Topskorerin. Einfach wie selbstverständlich spult sie ihr Programm allerdings nicht ab, schliesslich übernimmt sie erst seit dieser Saison eine Hauptrolle. Starke Auftritte mit zweistelliger Torausbeute wechseln sich darum noch ab mit Partien, in denen sie den Erfolg mit der Brechstange erzwingen will. «Jana steht in ihrer dritten 1.-Liga-Saison und hat sich in dieser Zeit vom ungeschliffenen Diamanten zu unserer Shooterin entwickelt», sagt Co-Trainer Daniel Lütolf.

Auf die Qualitäten der 1,76-Meter grossen Rechtshänderin ist man mittlerweile auch ausserhalb der Gemeindegrenze aufmerksam geworden. Neben den beiden Trainings mit Malters absolviert sie wöchentlich zwei bis drei Einheiten mit dem SPL2-Team des LK Zug – dank einer Talentförderlizenz trat sie bisher zweimal mit den Zugerinnen in der zweithöchsten Liga an.

«Ich bin sehr ehrgeizig und will mich weiter verbessern. Dafür nehme ich viel auf mich»,

sagt Flückiger, die im Online-Unterricht und mit zwei Präsenztagen in Bern Physiotherapie studiert.

«Mein Team lässt mich schnell altern»

Den Traum, sich in einer höheren Liga durchzusetzen, habe sie schon seit längerer Zeit. Um herauszufinden, wie weit es gehen kann, legte die vielseitig talentierte Luzernerin das Cello und die Oboe zur Seite. Während Jahren wirkte sie in Orchestern und an Wettbewerben mit, nun aber möchte sie nur noch auf dem Handballplatz für Musik sorgen. Als nächstes sind Fortschritte in der Abwehr und mehr Unberechenbarkeit im Angriff geplant. «Jana soll sich nicht nur mit ihrem Wurf, sondern auch in 1:1-Situationen durchsetzen können», sagt Lütolf und fügt an:

«Ich traue ihr zu, dass sie dereinst in der SPL 2, wenn nicht gar in der SPL 1 Fuss fassen kann.»

Malters strebt derweil in der 1. Liga nach Platz zwei, der die Teilnahme an der Finalrunde ermöglichen würde. «Dafür brauchen wir aus den restlichen vier Spielen acht Punkte, das haben wir noch am Samstag klar definiert», betont Flückiger. Ihr Trainer erwartet auf jeden Fall aufreibende Wochen. «Wir haben ein technisch beschlagenes, ausgeglichenes und kampfstarkes Team. Aber uns fehlt noch die letzte Cleverness», erzählt Lütolf. Schmunzelnd gibt er zu: «Mein Team lässt mich schnell altern, ein Spiel von Malters ist nichts für schwache Nerven.»

Malters – Muotathal/Mythen-Shooters 29:31 (15:16)
Oberei. – 200 Zuschauer. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Malters, 2-mal 2 Minuten gegen Muotathal/Mythen-Shooters. – Malters: Zihlmann (6 Paraden)/Felder (6); Lingmerth (4 Tore), Furrer (3), Larissa La Scalea (5/1), Flückiger (5/2), Laura La Scalea (8), Lussi (1), Zurkirchen (2), Wobmann, Tobler (1). – Muotathal/Mythen-Shooters: Ivana Suter (6 Paraden)/Anja Suter (3); Jana Heinzer (1 Tor), Gwerder-Betschart (3), Norina Betschart (1), Corine Weber (3), Daria Betschart (4), Eliane Heinzer (6), Florentina Weber (1), Yael Gwerder (4/2), Piantanong, Michelle Gwerder, Nadja Heinzer (4), Shubenok (4). – Bemerkung: Larissa La Scalea verwirft Penalty (24./10:12).

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