Kriens-Luzern besiegt Wacker Thun deutlich

Viel besser kann man es fast nicht machen: Der HC Kriens-Luzern lieferte Wacker Thun eine Handball-Lektion, siegte souverän 25:18 (13:7).

Roland Bucher
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Martin Rubin, ein Urgestein des Schweizer Handballgilde, analytisch begabt wie kaum ein anderer seiner Trainerkollegen, hatte es schon vor dem Spiel befürchtet: «Vielleicht ist Kriens im Moment zu stark für uns.» Kriens war zu stark. Viel zu stark: das Team von Goran Perkovac überrollte Wacker Thun in einer Wucht, die den Chefcoach nicht anderes behaupten liess als: «Heute waren wir fast perfekt.» Das waren sie. Es gab keine einzige Momentaufnahme, die hätte befürchten lassen, dass die Innerschweizer hier in Gefahr geraten, geschweige denn Punkte liegen lassen könnten. 2:0 nach 5, 8:4 nach 20 Minuten: «Das ist ein Reifezeugnis», lobt der Chef.

Einmal mehr: Paul Bar

Krienser Weichensteller einer Partie, der bald die Spannung abging, weil vor allem auch Thuns Torjäger aus dem Urnerland. Lukas von Deschwanden, zu viele Anläufe für seine Ausbeute benötigte, waren Paul Bar und Hleb Harbuz. Der Goalie stolzierte eine Partie lang ziemlich konsequent auf über 50 Abwehrprozenten. «Er war ausserordentlich gut», betonte Perkovac, der indes resolut erwähnt haben wollte: «Wir waren als Gesamtpaket in der Verteidigung überdurchschnittlich.» Darf man so sagen: Insgesamt 18 Gegentreffer gegen ein Thun, das personell nach wir vor gut besetzt ist, und sogar nur 7 Klecks in der ersten Halbzeit: Das ist defensiv «summa cum laude». Einfach gut. Und Harbuz deutete an, dass er bald wieder zur alten Stärke zurückkehrt, zog in der Startphase mit schönen Toren den Berner Oberländern den Zahn.

Der HCK tat mehr, als «nur» den redlich herausgespielten Vorsprung zu verwalten, zog ein beeindruckend variantenreiches Offensivspiel auf, war im Tempospiel präzis, übte in der Schlussphase auch den Einsatz von Zweitkräften. «Vor zwei, drei Jahren ist Kriens nach Thun gereist und war glücklich, mit einem Remis oder einem knappen Sieg heimzufahren», meinte Perkovac, «heute haben wir dominiert und ausgepackt, was wir drauf haben. Es ist für mich sehr befriedigend, wie jeder in dieser Mannschaft gewillt ist, Verantwortung zu übernehmen – die Kollektivstärke macht uns unberechenbar.»

Macht die Rechnung mit Kriens!

Gäbe es, nicht zum ersten Mal, noch eine kleine entsprechende Bemerkung anzufügen: die rechte Flügelseite mit Levin Wanner (3 Treffer) und Ammar Idrizi (5 Tore aus sechs Versuchen)) war nichts anderes als eine Trouvaille, die Grosses verspricht. Wanner und Idrizi, beide kaum 20 Jahre jung, sie symbolisieren die Philosophie des HC Kriens Luzern, der mit aller Konsequenz seine Jugend in die Zukunft wirf. Die Gegenwart? Nichts anderes als: Voller Anmarsch auf den ersten Meistertitel. Was zum handballerischen Amen von Goran Perkovac führt: «Es ist im Prinzip viel zu früh, vom Pokal zu reden. Aber wer diese Saison die Rechnung ohne Kriens macht, der könnte sich verkalkulieren.»

Auf Pokaljagd geht auch nächsten Freitag im Cup-Viertelfinalspiel gegen Pfadi Winterthur: «Wir wollen dieses Jahr einfach in den Final», fordert Perkovac. Dann folgt eine Nati-Pause, anschliessend der vorweihnächtliche Endspurt: «Wir sind auf einem guten Weg», sagt der Trainer.

Nach der Galavorstellung gegen Wacker Thun darf man diese Zuversicht durchaus so stehen lassen.

Wacker Thun - Kriens-Luzern 18:25 (7:13)

1 Zuschauer. - SR Castiñeiras/Zwahlen. - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Wacker Thun, 2mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern.

Wacker Thun: Winkler (9 Paraden)/Wick (4); Chernov (2 Tore), Dähler (1), Dannmeyer (3), Felder (2), Friedli, Gruber, Guignet (1), Huwyler (1), Schwab, von Deschwanden (8/3), Wyttenbach.

Kriens-Luzern: Bar (13 Paraden)/Eicher; Blättler (1 Tor), Delchiappo (2), Gavranovic (1), Harbuz (6/2), Idrizi (5), Lapajne (4/2), Lavric, Oertli, Papez (1), Piroch, Rellstab (1), Schlumpf (1), Wanner (3).

Bemerkungen: Verschossene Penaltys 1:0.

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