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Erstfelds Höhenflug hat mehrere Gründe

Der ESC Erstfeld hat in der 3. Liga eine sensationelle Hinrunde gespielt. Dennoch ist der Aufstieg noch kein Thema.

Urs Hanhart
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Der Erstfelder Stürmer Pirmin Baumann (Mitte) kann von den Zugern kaum gebremst werden.

Der Erstfelder Stürmer Pirmin Baumann (Mitte) kann von den Zugern kaum gebremst werden.

Auf der Pfaffenmatt in Erstfeld bekamen die Zuschauer am Dienstagabend bei sehr kühlen Temperaturen einen überaus attraktiven 3.-Liga-Spitzenkampf zu sehen. Gastgeber ESC Erstfeld und Zug 94 II lieferten sich in dieser Nachtragspartie ein spannendes und vor allem auch ungewöhnlich torreiches Duell. Zunächst gingen die Platzherren durch Treffer von Patrik Wyrsch (33. Minute) und Pirmin Baumann (37.) in Führung. Doch die Gäste hielten dagegen und glichen durch einen Doppelschlag bis zur Pause aus. Kurz nach dem Wiederanpfiff gelang den Zugern gar ein erneuter Torerfolg zum 2:3. Von da weg zündeten die Urner dann aber den Turbo. Mit drei erfolgreichen Abschlüssen zwischen der 52. und 60. Minute – bewerkstelligt durch Michael Baumann, Nino Epp und Gian-Luca Tresch – drehten sie das Spiel endgültig auf ihre Seite. Ein in der Nachspielzeit souverän versenkter Penalty von Silvan Baumann zum Schlussstand von 6:3 gab es noch als Zugabe.

«Wir wussten, dass wir auf dem Platz mehr machen müssen als der Gegner. Das ist uns gelungen, unser Plan ist aufgegangen», bilanzierte Trainer Antonio Fernando Gois de Oliveira nach dem Schlusspfiff. Und er fügte noch an: «In der Pause haben wir einiges korrigiert und das geänderte Konzept hat sich als richtig erwiesen. Dieser Sieg ist sicherlich mehr als verdient.»

Guter Teamspirit und grosse Trainingspräsenz

Durch diesen Vollerfolg hat der ESC Erstfeld seine Spitzenposition in der ersten 3.-Liga-Gruppe nicht nur verteidigt, sondern sogar deutlich gefestigt. Der Vorsprung auf die ersten Verfolger Küssnacht, Steinhausen und Baar 1 ist auf drei Punkte angewachsen. Unter dem Strich hat die Mannschaft aus dem Eisenbahnerdorf mit acht Siegen, einem Unentschieden und nur zwei Niederlagen eine sensationelle Hinrunde gespielt.

Zum Erfolgsgeheimnis sagt de Oliveira: «Einerseits haben wir einen super Teamspirit. Andererseits war die Trainingspräsenz stets sehr hoch. Bei den Einheiten machte meistens das gesamte Kader mit, wodurch wir sehr gezielt und vor allem auch intensiv arbeiten konnten. Nicht zuletzt denken wir konsequent von Spiel zu Spiel, immer mit dem Ziel, drei Punkte zu holen, was uns bislang ganz gut gelungen ist. Hinter dem Erfolg steckt viel harte Arbeit.»

Die Erstfelder schossen in der Vorrunde in elf Partien nicht weniger als 35 Tore, was einen Schnitt von 3,2 Treffern pro Spiel ergibt. «Ich lasse mein Team gerne offensiv spielen», betont de Oliveira. «Dadurch kassieren wir ab und zu ein Gegentor zu viel. Aber meine Devise ist, immer mindestens einen Treffer mehr zu erzielen als der Gegner.»

Während der FC Schattdorf in der 2. Liga interregional und der FC Altdorf in der 2. Liga regional in den hintersten Regionen der Tabelle herumdümpeln, befindet sich der ESC Erstfeld auf einem wahren Höhenflug. Die Ausgangslage im Hinblick auf die am 19. März beginnende Rückrunde ist sehr vielversprechend. Allerdings warnt der Trainer vor übertriebenen Erwartungen: «Zu einem Aufstieg würden wir nicht Nein sagen. Aber mit diesem Thema befassen wir uns noch nicht. Unser Ziel ist es, weiterhin vorne mitzumischen und besser abzuschneiden als in den beiden letzten abgebrochenen Halbsaisons, wo wir uns im Bereich des dritten Platzes befanden.»

Viele treue Fans sorgen für Rückenwind

Ein weiterer Grund für die starken Auftritte der De-Oliveira-Elf ist sicherlich die sehr treue Fangemeinde: «Bei jedem Auswärtsmatch werden wir von hundert bis 150 Fans begleitet. So können wir fast jedes Mal von der Kulisse her ein Heimspiel bestreiten, was natürlich ganz toll ist», freut sich der Trainer.

Den gegen Zug 94 eingefahrenen Heimerfolg schätzt de Oliveira als sehr wichtig ein. «Einerseits konnten wir die härtesten Konkurrenten auf Distanz halten, andererseits steigen wir nun mit vollem Elan sowie einer super Moral in die Vorbereitung der Rückrunde.» Er machte seiner Mannschaft ein grosses Kompliment, weil sie es schaffte, nach der aufgrund des starken Föhns am Samstag verschobenen Partie gegen Zug 94 die Spannung zu halten und nochmals überzeugend zuzuschlagen.

Erstfeld – Zug 94 II
Pfaffenmatt. – 150 Zuschauer. – Tore: 33. Wyrsch 1:0. 37. Pirmin Baumann 2:0. 38. Bigonsan Le 2:1. 39. Avila 2:2. 49. Campisi 2:3. 52. Michael Baumann 3:3. 55. Epp 4:3. 60. Gian-Luca Tresch 5:3. 92. Silvan Baumann 6:3. – Erstfeld: Bürgler; David Epp, Epp, Gerig, Traxel, Michael Baumann (83. Janick Gisler), Wyrsch (72. Sven Tresch), Gian-Luca Tresch (88. Planzer), Samuel Baumann (63. Jeremias Baumann), Pirmin Baumann, Silvan Baumann. – Zug 94 II: Steiner; Aires Lopes (86. Lopes Gil), Robin Baumann, Parente, Fruci (68. Bürgi), Harambasic, Simone Campisi, Ganaj (23. Luca Campisi), Bigonsan Le, Abreu Fernandes (68. Kahveci), Avila.

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